Erlebnispfad Wein & Stein

Der "Erlebnispfad Wein und Stein" präsentiert auf einer Strecke von 6,9 km (Abkürzungen möglich) an 77 Stationen und mit zahlreichen bebilderten Schildern Wissenswertes zu den Themen Wein, Rebsorten, Geologie, Klima, Geschichte, Lebenskultur, Flora und Fauna der Region. Inmitten des UNESCO-Geoparks Bergstrasse-Odenwald zeigt er viele Überraschungen. Entlang des befestigten Rundwanderwegs durch fünf Weinlagen laden Ruhebänke und herrliche Panoramablicke über fünf deutsche Weinbaugebiete zum Verweilen ein. Pfirsich- Mandel- und Feigenbäume säumen den Weg.

Wandern Sie mit Ihren Kindern, für die es in der Bergsträßer Winzer eG einen unterhaltsamen Fragebogen zu den Themen des Pfades auszufüllen gibt, in Ruhe durch unsere schöne Weinberglandschaft. Alternativ dazu können Sie den Fragebogen für Kinder auch jederzeit hier herunterladen.

Entdecken Sie auf unterhaltsame Weise im „Vino-Kino“ Besonderheiten und Spezialitäten unseres Weinbaus. Blicken Sie durch gläserne Fenster in unsere geologische Vorgeschichte.

Verschiedene Bildhauer haben sich von Wein und seiner Geschichte inspirieren lassen und in Stein gemeißelt. Entdecken Sie diese Kunstwerke.

Schauen Sie über die Schultern der Rebenzüchter. Sehen Sie in den Kindergarten einer Rebe oder sehen Sie, welche Arbeiten des Winzers im naturnahen Weinbau zur Erzeugung höchster Qualitäten genutzt werden.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf der Entdeckungsreise durch den blühenden und grünenden Frühlingsgarten Deutschlands. Wenn Ihre Kinder anschließend den ausgefüllten Fragebogen in der Bergsträßer Winzer eG abgeben, wartet eine kleine Überraschung auf Sie.

Entdecken Sie nach Ihrer Wanderung unsere Weine im 2014 neu errichteten VINIVERSUM® und anschließend das kulinarische Angebot der Weinorte der Bergstraße mit ihren historischen Altstädten und romantischen Weinlokalen.

Geführte Wanderung über den Erlebnispfad "Wein & Stein" inklusive einer kleinen Weinprobe, sind mehrmals im Jahr als offizielle Events einzeln oder für geschlossene Gruppen buchbar. Sprechen Sie uns an!

Folgende Downloads stehen Ihnen zur Verfügung:

Flyer Erlebnispfad Wein & Stein

Flyer Erlebnispfad Wein & Stein für Kids

Stationen des Pfades

Klicken Sie auf einen der Punkte auf unserer interaktiven Karte für detailierte Informationen:

Bergsträßer REBPATENSCHAFT

Bergstraesser Winzer eG: Rebstockpatenschaft

Wichtige Information: Aufgrund der hohen Nachfrage haben wir aktuell einen Annahmestop! Wir bedanken uns bei allen Rebpaten und bitten um Verständnis.

Verschenken Sie stattdessen die Bergsträßer Weinbox.

 

Werden Sie Rebpate eines historischen Rebstocks entlang des Erlebnispfades "Wein & Stein". Und unterstützen Sie als Pate den Erhalt genetischer Ressourcen und den Naturschutz.

Wählen sie aus einem der folgenden Abonnements aus:

  • 1 Jahr   Patenschaft  (1 x 70,- €)
  • 3 Jahre Patenschaft  (3 x 65,- €)
  • 5 Jahre Patenschaft  (5 x 60,- €)
  • 10 Jahre Patenschaft  (10 x 57,- €)

Diese Vorteile beinhaltet Ihre Rebpatenschaft:

  • Jährlicher Versand eines 3er-Weinpaketes mit Weinen aus historischen Rebsorten, versandkostenfrei innerhalb Deutschlands
  • Der Rebpate erhält eine personalisierte Urkunde über die Rebpatenschaft und die Rebsorte inklusive Rebstockpass
  • Der Rebstock wird mit dem Namen des Paten gekennzeichnet
  • Jährliche Teilnahme an einer exklusiven Weinprobe
  • Die Rebpatenschaft endet automatisch

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: vinothek@bweg.de

Botschafterweinlese

Der Landkreis Bergstraße ist Mitglied in unserer Winzergenossenschaft. Er hat die Patenschaft für den Weinberg auf dem Heppenheimer Steinkopf mit den autochthonen Sorten übernommen. Im historischen Rebsortiment auf dem Steinkopf sind außer Willbacher und Rotem Riesling noch viele (rund 100) alte Rebsorten und Raritäten vertreten. Z.B. Weißer Olber, Weißer Elbling, Orangetraube, Schwarzelbling, Fürstentraube, Weißer Augster, Gelber Orleans, Weißer Heunisch, Laska, Schwarzer Urban, Blauer Urban, Roter Urban, Roter Heunisch, Bouquetttraube, Putzscheere, Lamberttraube, Hanns, Blauer Affenthaler, Coutillier Musque, Scheuchner, Fitzrebe, Bronnertraube, Ofner, Gelbhölzer.

Bei der seit 2008 alljährlichen "Botschafterweinlese" am Erlebnispfad Wein und Stein erntet der jeweilige Landrat zusammen mit den Botschaftern der Bergstraße am Heppenheimer Steinkopf unseren "Botschafterwein". Es ist ein "Rotling" aus über 100 historischen roten und weißen Rebsorten.
Die Botschafter der Bergstraße sind herausragende Personen des öffentlichen Lebens unserer Region. Die aktuelle Namensliste finden Sie hier.

Da rote und weiße Rebsorten zugleich gepresst werden, handelt sich weinrechtlich gesehen um einen „Rotling“. Auf dem Etikett befinden sich die Unterschriften aller Botschafter, so dass der Inhalt der Flasche nicht nur den Wein mit der wohl größten denkbaren genetischen Rebvielfalt enthält sondern auch das Etikett hat einen historischen Erinnerungswert.

Nachfolgender Link zeigt einen Film zu der Botschafterweinlese 2020 aus unserem damaligen Facebook-Beitrag: https://www.facebook.com/bergstraesserwinzer/videos/die-botschafterweinlese-am-3092020/1046124189171595/

 

Edition "Wein & Stein"

Oft sind es die kleinen Dinge, die etwas Besonderes ausmachen. Mineralstoffe gehören dazu - Menschen und Pflanzen benötigen sie gleichermaßen um zu gedeihen. Die Mineralien, die diese exklusive Edition symbolisieren, wurden passend zu den jeweiligen Weinen ausgewählt. Entdecken Sie die erlesenen Weine der Edition Wein und Stein bei einer Wanderung entlang des Wein und Stein-Erlebnispfads. Verfolgen Sie das Wachstum der Reben, erfahren Sie Wissenswertes über die Geologie der Bergstraße oder genießen Sie einfach die Aussicht über das Rheintal.

Heppenheimer Steinkopf ROSA CHARDONNAY Spätlese trocken

Heppenheimer Steinkopf RIESLING Spätlese trocken

Heppenheimer Stemmler GEWÜRZTRAMINER Spätlese lieblich

Heppenheimer Steinkopf ZINFANDEL (Primitivo) Rotwein trocken

SAINT LAURENT Rotwein trocken

Mineralstoffe im Wein

Über die Rebwurzel gelangen die Mineralstoffe des Bodens als Nähr-, Aufbau- und Regulatorstoffe bis in die Traubenbeeren und finden sich in deren Saft wieder. Etwa 3-4 g pro Liter sind im Traubenmost enthalten. In erster Linie sind es Salzverbindungen. Hierzu gehören z.B. Phosphate, und Karbonate der Elemente Kalium, Calcium, Magnesium und Natrium. Außerdem sind in geringen Mengen Sulfate, Chloride und Silikate sowie zahlreiche Spurenelemente enthalten.

In trockenen Jahren ist der Mineralstoffgehalt wegen der geringeren Bodenlöslichkeit etwas niedriger, in feuchten und warmen Jahren (z.B. 2000er) höher. Karge, felsige Böden haben wesentlich niedrigere Mineralstoffgehalte wie fruchtbare Böden, die typisch für die Bergstraße sind. Je nach geologischer Entstehungsgeschichte und - Herkunft bieten verschiedene Bodenarten den Reben ein unterschiedliches „Mineralangebot“. Dies ist eine Ursache für die unglaubliche Vielfalt der Bergsträßer Weine, denn die rund 225 (!) Bodenarten der Bergstraße hinterlassen unterschiedlichste Spuren im Wein.

Die geologischen Merkmale finden sich wie auch in anderen Anbaugebieten in vielen Lagenamen der Bergstraße wieder. (z.B. Heppenheimer Steinkopf, Zwingenberger Steingeröll, Bensheimer Kalkgasse).

Auch die Rebsorten haben ein unterschiedliches Aufnahmevermögen für die verschiedenen Mineralstoffe. Manche Sorten benötigen viel Calcium (z.B. Chardonnay), andere viel Magnesium (Traminer, Ehrenfelser und Riesling), andere Sorten sind empfindlich bei zu hohen Werten dieser Elemente. Interessant und erfreulich ist, dass etwa im Boden befindliche Schwermetalle, die in der Regel unerwünscht sind, erst gar nicht von der Rebwurzel aufgenommen werden. Sie werden nur in geringem Umfang als Spurenelemente benötigt und wirken als Katalysatoren bei den Synthesevorgängen in der Rebe.

Weiterhin wird die Mineralstoffaufnahme der veredelten Reben durch die Wahl der Unterlage beeinflusst, weshalb die Winzer auf verschiedenen Böden trotz gleicher Rebsorte unterschiedliche Unterlagen verwenden, um das Optimum aus dem Boden herauszuholen.

Während der Gärung verwendet die Weinhefe einen Teil der Mineralstoffe im Saft zum Aufbau ihrer Körpersubstanz. Daher ist der Mineralstoffgehalt im späteren Wein etwas geringer als beim Most oder beim bekanntlich besonders gesunden Federweißer. Bei maischevergorenem Rotwein bleiben die Mineralgehalte wegen der Auslaugung der Beerenschale geringfügig höher. Die nach der Gärung verbliebenen Minerale im Wein (ca. 1,8 bis 2,5 g / Liter) werden beim Wein als „Asche“ bezeichnet, was auf ihre Bestimmungsmethode schließen lässt: Der Wein wird nämlich verdampft, anschließend werden alle organischen Stoffe verglüht (verbrannt) und zurück bleibt die Asche. Je nach Zusammensetzung der Mineralstoffe im Wein und dem Anteil organischer Verbindungen kann es unter bestimmten physikalischen Bedingungen (z.B. Kälteschock) zur Ausfällung von Mineralstoffen kommen: Es bilden sich Salzkristalle. Jedem bekannt ist z.B. der Weinstein, die Verbindung von Kalium mit Weinsäure. Es gibt aber zahlreiche weitere Kristallformen im Wein. So sind die grießigen weißen Kristalle, die sich oft in edelsüßen Spitzenweinen finden, häufig Mucat-Kristalle. Dies ist das Calcium-Salz der so genannten Schleimsäure, die durch den Edelfäule-Pilz in diesen Weinen häufiger vorkommt. Mancher Laie hat diese wegen des Aussehens schon für Zuckerkristalle gehalten...

Für die Geschmacksbildung im Wein sind die Mineralstoffe von großer Bedeutung. Mineralstoffarme Weine schmecken „leer“ und „dünn“. Ihnen fehlt das „Gerüst“ und sie haben keinen „Körper“.

Die Verbindungen von Stein und Wein

Wie entstehen die Mineralstoffe im Boden? Alle Gesteine bestehen ursprünglich aus Kristallen. Je nach chemischer Zusammensetzung, Witterung, Temperatur und Feuchte verwittern sie im Laufe der Jahrmillionen zu mehr oder weniger fruchtbaren Böden. Viele dieser Kristalle sind unscheinbar und erregen wenig Interesse. Aber die Launen der Natur lassen zuweilen die schönsten Kunstwerke entstehen. Jedes für sich ein vergängliches Einzelstück, genauso individuell und einmalig wie der Wein, der Jahrtausende später die verschiedenen Komponenten wieder auf seine Weise zusammenführt und zu neuen Kunstwerken vereint. Beide haben ihre Liebhaber, die oft bereit sind, für ihr Hobby vieles zu opfern und ihre Schätze viele Jahre zu hüten.

Aber dies ist nicht die einzige Verbindung. Weinliebhaber und Mineraliensammler haben auch eine gemeinsame Sprache, wenn sie ihre Lieblinge charakterisieren: Farbe, Glanz, Klarheit, Dichte, Reinheit und Brillanz sind bei beiden wichtigste Kriterien zur treffenden Charakterisierung. Je reiner, typischer und idealer die Ausbildung ist, desto höher ist der Wert. Die Härte ist beim Wein allerdings nicht so erwünscht wie beim Diamant...

Was die Bergstraße mit China gemeinsam hat...

Lößlehmböden sind charakteristisch für die Bergstraße. Sie stellen mit Abstand den größten Anteil unserer Böden. In den Lößböden der Bergstraße findet man häufig auch sogenannte „Lößkindl“. Den Namen haben sie daher, weil im Löß oft harte sandsteinähnliche Figuren entstehen, die nicht selten an menschliche Gestalten oder Tierfiguren erinnern. Häufig befinden sich hervorragende deutsche Weinlagen auf diesen fruchtbaren Lößböden. An der Bergstraße ist vor allem die Lage Heppenheimer Eckweg durch große Lößformationen geprägt und lässt somit den Anbau des wertvollen Spätburgunders zu. Das größte zusammenhängende Lößlehmgebiet der Welt liegt allerdings in Nordchina. Womit eine Verbindung zum Zinnoberkristall - zugegebenermaßen etwas weit hergeholt - hergestellt wäre. Aber noch etwas hat China mit dem Odenwald gemeinsam: Eine bis weit ins Mittelalter zurückgehende Bergbautradition! Kaum jemand weiß heute noch, dass damals im Odenwald und an der Bergstraße zahlreiche Bergwerke die Existenz der Bevölkerung sicherten. Spatwerke, Kupfer-, Blei-, Mangan- und sogar häufig Silberabbau gehörten damals zur Selbstverständlichkeit. Und da gibt es noch eine Verbindung: In einem ursprünglichen Silberbergwerk in Schriesheim wurde wegen des hohen Kupfergehaltes später auch Kupfervitriol gewonnen. Und genau solches Kupfervitriol war die Rettung für den Weinbau in Europa, da es den Winzern damals half, die aus Nordamerika eingeschleppte Pilzkrankheit Peronospora zu bekämpfen! Ältere Mitbürger erinnern sich sicher noch an die blauen Weinberge um die Mitte des letzten Jahrhunderts...