Rebsorten

Weißwein-Rebsorten

Riesling
Riesling

Nummer Eins an der Bergstrasse und König der deutschen Weißweinsorten.

Ganz in der Nähe unserer Heimat ist vermutlich aus einer Auslese von Wildreben am Oberrhein die deutsche Vorzeigerebsorte, der Weiße Riesling entstanden. Die frühe Verbreitung des Rieslings, der Wuchs, die Größe der Traubenbeeren, die lange Reifezeit und Frostfestigkeit zeigen die enge Verwandtschaft mit den Wildreben. Es gibt erste historische Dokumente über den Riesling ganz aus unserer Nähe, die auf die Jahre 1435 bzw. 1465 zu datieren sind.

Riesling gehört(e) nicht nur heute, sondern auch schon im 17. und 18. Jahrhundert zu den staatlicherseits empfohlenen Rebsorten. Gerätselt wird nach wie vor über die Namensableitung: Steht das Wort Riesling mit Verrieseln (Bezeichnung für schlechte Befruchtung), mit reißender Säure, mit "edles Reis" oder mit Rusling (dunkles Holz) im Zusammenhang? International ist er als "Rheinriesling" bekannt.

Der Riesling wächst in allen deutschen Anbaugebieten und nimmt eine Rebfläche von 21.500 Hektar in Anspruch, das entspricht 21 % und damit dem ersten Platz in der deutschen Rebsortenstatistik. In der Bergsträsser Winzer eG dominiert er mit 121 ha ganz eindeutig.

Der Riesling ist eine langsam und spät reifende Rebsorte, deren prägendes Element die fruchtige Säure ist. Die Beeren sind eher klein und bevorzugen kühleres Klima. Deshalb ist er prädestiniert für die nördlichen Anbaugebiete, wo er in der späten Herbstsonne seine Reife vollendet. Er stellt die höchsten Ansprüche an die Lage (Energie), dafür aber eher geringe Ansprüche an den Boden. Je nach Standort (Bodenart und Mikroklima) bringt er sehr unterschiedlich nuancierte Weine bei eher niedrigem bis mittleren Ertragsniveau. Optimale Bedingungen findet er in den wärmespeichernden, steinigen südwärts gerichteten Steillagen entlang der Bergstraße. Lagen wie Heppenheimer Maiberg, Heppenheimer Steinkopf, Heppenheimer Stemmler, Auerbacher Rott, Bensheimer Wolfsmagen, Bensheimer Streichling, Bensheimer Hemsberg oder Zwingenberger Alte Burg sind durch die jeweils typischen Riesling-Spezialitäten überregional bekannt geworden.

Rieslingweine stehen bei uns in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen zur Verfügung. Er bringt das breiteste Spektrum von leichten erfrischenden Zechweinen bis hin zu gehaltvollen Weinen mit viel Spiel und Rasse hervor. Überwiegend erfolgt der Ausbau mit der sogenannten Kaltgärung im Edelstahltank, um die natürliche Fruchtaromatik zu erhalten. In den höheren Qualitätsstufen (Auslesen und Eisweine) kommen restsüße oder edelsüße Weine häufiger vor. Der "typische" trockene und halbtrockene (feinherbe) Bergsträßer Riesling zeigt eine blassgelbe, ins grünlich-gelbe tendierende Farbe, im Duft dominieren Pfirsich oder Apfel, im Mund spürt man eine rassige und erfrischende Fruchtsäure. Manchmal kommen Noten von Aprikose und Grapefruit hinzu. Bei den Rieslingen von den Gesteinsverwitterungsböden Auerbachs, Bensheims und Zwingenbergs überwiegt die mineralische Note, während die mehr vom Löß geprägten Heppenheimer, Laudenbacher und Hemsbacher Rieslinge eher breiter und voluminöser geraten. Ältere Riesling-Weine weisen häufig einen interessanten Petrolton, die typische Reifungsfirne auf. Riesling-Weine gelten wegen der etwas höheren natürlichen Fruchtsäure als besonders lange lagerfähig. Viele Auslesen erreichen ihre optimale Trinkreife erst nach einigen Jahren. Die Lagerfähigkeit von Riesling-Spitzenweinen ist nahezu unbegrenzt. Edelsüße Beerenauslesen oder Eisweine gehören zu den auch international am höchsten gehandelten deutschen Weinen. Unser 1996 er Heppenheimer Stemmler Riesling Eiswein wurde im Jahr 1998 als weltbester Eiswein mit der World Trophy in London ausgezeichnet. In den letzten Jahren kamen wiederholt Eisweine mit noch höheren Mostgewichten bis zu 274 Grad Oechsle (!) hinzu, die den Bergsträßer Eiswein überall bekannt gemacht haben und in aller Welt als Raritäten hoch geschätzt werden.

Die Besonderheit: Bergsträsser Riesling-Sekte
Die natürliche Fruchtsäure des Riesling bietet auch ein gutes Potenzial zur Versektung. So finden Sie bei uns schon seit dem Jahr 1984 die beliebten Winzersekte vom Riesling.

Junge leichte Rieslingweine trinkt man je nach Laune trocken bis fruchtig süß. Sie sind fröhliche Zechkumpane und ideale Sommerweine. Als Speisebegleiter zu nahezu jedem Menü sind Rieslinge am besten geeignet. Trockene bis halbtrockene Rieslinge passen besonders gut zu leichten Gerichten, gedünstetem See- und Süßwasserfisch, gekochtem Fleisch mit hellen Saucen, und kleinem Hausgeflügel. Halbtrockene bis liebliche Spätlesen harmonieren gut mit Frischkäse. Fruchtig süße Spätlesen oder edelsüße Auslesen sind vorzügliche Begleiter zu fruchtigen Desserts. Altersgereifte edelsüße Auslesen und Beerenauslesen sind die optimalen Aperitifs zu festlichen Menüs. Nur die Eisweine sollten Sie ohne „störendes Essen" genießen.

Zu den Riesling Weinen
Zu den Riesling Sekten

Müller-Thurgau oder Rivaner
Müller-Thurgau

Unkomplizierter Genuss: Die jugendlich frischen Weine

Mit einer Geschichte von mehr als hundert Jahren gilt der Müller-Thurgau als älteste und gleichzeitig erfolgreichste weiße deutsche Neuzüchtung. Professor Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau verdankt sie ihre Existenz und ihren Namen. Müller, der von 1850 bis 1927 lebte, züchtete in der Forschungsanstalt Geisenheim diese Rebsorte. Neuere Genuntersuchungen deuten zweifelsfrei darauf hin, dass ihm dies durch eine Kreuzung von Riesling x Madeleine royale gelang.

In der schweizerischen Forschungsanstalt Wädenswil wurde die Sorte weiterentwickelt und 1913 nach ihrem Züchter benannt. Das Synonym Rivaner ist eine Kurzfassung der Worte Riesling und Silvaner, denn diese beiden Sorten sah man irrtümlich lange Zeit als Eltern des Müller-Thurgau an.

In der deutschen Weinlandschaft gab der Müller-Thurgau seine Führungsposition in den neunziger Jahren an den Riesling ab. Doch mit einem Flächenanteil von 18 Prozent hat der Müller-Thurgau / Rivaner nach wie vor eine überragende Bedeutung. Dies verdankt er unter anderem seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und seiner Zugänglichkeit auch für den nicht so geübten Weinkenner. Zudem stellt die Müller-Thurgau-Rebe keine großen Ansprüche bezüglich des Standorts und gilt als ertragssicher. In der Bergsträßer Winzer eG ist die Müller-Thurgau-Rebfläche 18,5 ha geschrumpft und beschränkt sich auf die dafür geeigneten Flächen.

Müller-Thurgau-Reben stehen in fast allen deutschen Anbaugebieten prozentual mehr wie an der Bergstraße. In den letzten Jahren hat der Müller-Thurgau sein Image als Massenträger abgelegt. Bei geringerem Anschnitt und kleinerem Durchschnittsertrag, wie es die Bergsträßer Winzer eG ihren Mitgliedern abverlangt, zeigt die Sorte ihr wahres Qualitätspotenzial.

Die Rebsorte reift früh und liefert süffige, manchmal blumige, mit einem feinfruchtigen Muskataroma versehene Weine. Das Aroma erinnert zuweilen auch an grünen Apfel, Zitrone, grüne Paprika, Geranie. Die Säure fällt eher mild aus. Der Ausbau erfolgt in Edelstahltanks, mit denen gut die Frische und der Sortenduft erhalten werden kann. Meist handelt es sich um Qualitätsweine. Der Müller-Thurgau ist - von Ausnahmen (Spätlesen) abgesehen - ein Wein, der in den ersten Jahren nach der Ernte am besten schmeckt.
Besonders beliebt ist er als frühreife Sorte zur Herstellung unseres beliebten Bergsträßer Federweißers.

Die unkomplizierten Weine des Müller-Thurgau sind geschmacklich leicht zugänglich und werden aufgrund ihrer harmonischen Charaktereigenschaften gerne getrunken. In der Farbe sind sie eher blassgelb bis hellgelb und haben einen leichten bis mittelkräftigen Körper. Tragen unsere Weine die Bezeichnung „Rivaner", so kann man davon ausgehen, dass es sich um einen trockenen, eher jugendlichen, leichten und frischen Wein handelt. Müller-Thurgau-Weine sind meist unkomplizierte Zechweine und sie eignen sich zu zart-aromatischen Speisen.
In der Weinempfehlung zur Speise liegt man fast immer richtig: Er passt zu leichten Rind- und Schweinefleischgerichten, zu fast allen Gemüsen (Spargel!) und zu vielen Variationen von Fisch.

Unsere Müller-Thurgau-Weine
Unsere Rivaner-Weine

Grauer Burgunder (Pinot grigio, Pinot gris) und Ruländer
Grauburgunder

Zwei starke weiße Weintypen aus einer einzigen Rebsorte mit graublauer Beerenschale

Beim Grauburgunder handelt es sich um eine Mutation des Blauen Spätburgunders, die im Burgund gefunden wurde. Er gelangte vermutlich von dort im 14. Jahrhundert in unsere Region. Die Bezeichnung Pinot geht auf das französische "pin" (Kiefer) zurück und beschreibt die an Kieferzapfen erinnernde Traubenform.

Die Bezeichnung Ruländer geht auf den Kaufmann Johann Ruland zurück, der 1711 in der Stadt Speyer in einem Garten die ihm unbekannten Reben vorfand und vermehrte. Die hohe Qualität der Weine überzeugte die Winzer wohl schon im 19. Jahrhundert; stolz gaben sie der Sorte regional unterschiedliche Namen. "Ruländer" ist der früher bei uns häufig genannte Name für die liebliche Ausbauvariante der Sorte. "Grauer Burgunder" oder "Grauburgunder" sind inzwischen aber die wesentlich häufiger genannten Bezeichnungen für die trockene Ausbauvariante des Ruländer, die bei uns zu fast 100 % bevorzugt wird.

Den Grauen Burgunder treffen wir überall auf der Welt an. In Deutschland sind mehr als 3.000 Hektar ( 3%) mit dieser Sorte bestockt. Bei uns an der Bergstraße ist seit der Produktinnovation in den achtziger Jahren mit dem "Grauburgunder trocken" die Anbaufläche auf 25 ha mit weiter zunehmender Tendenz gestiegen

Grauburgunder liefert mittlere bis gute Erträge und hohe Mostgewichte. Die Dichtbeerigkeit fördert den Edelfäulebefall zur Erzeugung edelsüßer Ruländer – Weine, wie Auslesen Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen. Die Sorte ist wenig krankheitsanfällig und kaum frostempfindlich. Sie gedeiht besonders gut auf den warmen Lößböden der Bergstraße. Ertragsreduzierungen und effizientes Ausdünnen des Behangs sind gut möglich und werden bei uns zur Erzeugung von Selektionsweinen in der Serie Terra Starkenburg praktiziert.

Grauburgunder werden trocken, mittelkräftig und eher etwas fruchtsäurebetont ausgebaut, Ruländer dagegen häufig als gehaltvolle Weine mit betonter Süße angeboten. Je nach Ausbaumethode und Qualitätsstufe ist das Farbbild blassgelb (Grauburgunder), goldgelb oder gar bernsteinfarben (Ruländer). Zugeordnet werden dem Grauburgunder insbesondere Duftaromen von grünen Nüssen, Mandeln, frischer Butter sowie fruchtige Aromen, die an Birne, Trockenobst und Rosinen, Ananas und Zitrusfrüchte erinnern. Daneben treten aber auch vegetative Noten von grünen Bohnen oder Paprikaschoten auf. Oft haben Grauburgunder-Weine in der Nase einen angenehmen Rauchton. Ruländer sind dagegen kräftig, gehaltvoll mit intensivem Bukett.

Ein junger, leichter, trockener Grauburgunder ist als Sommerwein gut geeignet. Trockene Kabinettweine und Spätlesen harmonieren gut mit Meeresfrüchten, kräftigem Seefisch, Pasta, Lamm, Wildgeflügel und Jungwild sowie reifem Weichkäse. Selektionsweine zu intensiv schmeckenden Lammgerichten und leichten Wildgerichten, etwa Wildgeflügel oder Reh. Fruchtig-süße Spätlesen oder edelsüße Auslesen passen besonders gut zu fettreichem Edelpilzkäse und zu Desserts mit Honig, Mandeln oder Marzipan und sind somit eher dem Ende eines Menüs zuzuordnen.

Unsere Ruländer-Weine
Unsere Grauburgunder-Weine

Gewürztraminer
Gewürztraminer

Der elegante Verführer mit Rosenduft

Der Gewürztraminer ist eine der ältesten heute noch angebauten Rebsorten. Einzelne Forscher vermuten eine griechische Herkunft. Umstritten ist, ob der Ort Tramin in Südtirol als Herkunftshinweis verwertbar ist. Immerhin wurde dort bereits im 15. Jahrhundert Traminer als Messwein an die Klöster geliefert. In Deutschland belegen historische Dokumente die Existenz der Sorte für das 16. Jahrhundert; damals gab es eine hoheitliche Anbauempfehlung für diese Sorte.

Berichte über neue Züchtungsvarianten des Gewürztraminers aus dem 18. Jahrhundert zeigen, dass schon damals erfolgreich eine Rebenselektion betrieben wurde. Zusammen mit Riesling und einer ertragreichen Sorte wurde der Gewürztraminer im klassischen "gemischten Satz" in einem Weinberg angepflanzt. Doch seine Ertragsunsicherheit verhinderte schon in der Vergangenheit eine Eroberung größerer Rebflächen.

Der Gewürztraminer erreicht in Deutschland eine Anbaufläche von 850 Hektar, das ist weniger als ein Prozent der deutschen Rebfläche. Über die letzten Jahrzehnte ist zwar einerseits kein Zuwachs auszumachen, andererseits wird die Spezialität immer wieder neu gepflanzt. Die rege Beteiligung an Wettbewerben um die besten Traminerweine, wie sie mancherorts durchgeführt werden, belegt, dass die Sorte eine treue Fangemeinde hat. Seit dem Jahr 2000 wird der Anbau in Europa auf Grund des wachsenden Zuspruchs wieder ausgedehnt. Zu den raren Spezialitäten zählen auch die Brände vom Gewürztraminer. In unserer Winzergenossenschaft steht er nur auf einer Fläche von 2,5 ha.

Der Gewürztraminer hat eine sehr dicke, leicht rötlich eingefärbte Schale und kann eine hohe Reife bis in höchste Auslesegradationen erreichen. Wegen der Verrieselungsneigung fallen die Erträge oft niedrig aus, die Traubenmenge schwankt von Jahrgang zu Jahrgang. Im langjährigen Mittel erreichen Gewürztraminerweinberge selten mehr als die Hälfte des zulässigen Hektarertrags. Schon diese geringen Erträge deuten darauf hin, dass es sich beim Traminer um eine der hochwertigsten deutschen Rebsorten handelt. Wegen der Blüteanfälligkeit benötigt der Traminer während der Blütephase nachts eine um 5 Grad Celsius höhere Temperatur. Deshalb wird er an der Bergstraße fast ausschließlich auf den sehr heißen Sandböden zwischen Heppenheim und Bensheim in der Lage Stemmler angebaut. Von dort stammen auch unsere Gewürztraminer-Highlights aus der Serie „Wein und Stein"

Aus der sehr aromatisch-würzigen Sorte können hochfeine Weine erzeugt werden. Je nach Boden und Ertrag sind die Weine eleganter oder schwerer - mit teilweise beachtlichem Alkoholgehalt - ausgeprägt. Gemeinsam ist allen eine relativ milde Säure. Typische Gewürztraminer-Spätlesen haben eine strohgelbe bis goldgelbe Farbe und verströmen, mal dezent, mal üppig, einen Duft, der an abblühende Rosen erinnert; mitunter findet man auch den Duft von Akazienblüten, Veilchen, Honig, Marzipan, Quittengelee, Bitterorangen oder Maracuja. Edelsüße Auslesen eignen sich zu langjähriger Lagerung, wie unsere Winzergenossenschaft schon einmal mit dem Gewinn der DLG-Raritäten-Trophy für eine Gewürztraminer-Auslese bewiesen hat.

Das aromatische Bukett, ergänzt durch einen herb-würzigen Fruchtgeschmack, macht den Gewürztraminer zu einer Sorte für Liebhaber aromatischer Weine. Er passt zu Wildpasteten, Geflügel mit aromatischen Saucen, Schnecken und würzig-aromatischen Ragouts. Gut gereift und edelsüß wird er als Aperitif geschätzt. Süße Spätlesen und edelsüße Auslesen gefallen sehr gut zu aromatischen und unter Verwendung von Marzipan, Schokolade oder Bränden zubereiteten Desserts. Besonders geschätzt wird die Verbindung von Gewürztraminer und Munsterkäse oder fettreichem Blauschimmelkäse.

Unsere Gewürztraminer Weine

Ehrenfelser
Ehrenfelser

Pfirsich-Aroma vom Feinsten

Ehrenfelser ist eine Neuzüchtung aus dem Jahr 1929 aus einer Kreuzung x Knipperlé. Heinrich Birk - der Leiter des Instituts für Rebenzüchtung der hessischen Forschungsanstalt Geisenheim – ist ihr Züchter. Seine ursprünglichen Angaben, es handele sich um eine Kreuzung von Riesling und Silvaner, konnten in der Zwischenzeit durch eine DNA-Analyse von Lacombe im Jahr 2010 widerlegt werden. Bei der Namensfindung stand die Burg Ehrenfels bei Rüdesheim Pate.

Nach einem Höhenflug in den 70er Jahren in den deutschen Weinbaugebieten wegen ihrer frühen Reifezeit (vor dem Riesling) ist die Sorte auf Grund des Klimawandels wieder auf dem Rückzug.

Bei unseren Mitgliedern stehen lediglich noch 3000 qm.

Der Wein des Ehrenfelser ähnelt dem des Riesling und ist besonders gut für Prädikatsweine geeignet. Wegen seines feinduftigen, traubigen Pfirsich- und Aprikosenaromas verwenden unsere Kellermeister ihn sehr gerne zur Feinabstimmung der Primasseco®-Cuveés.

Scheurebe
Scheurebe

Ihrem Duft kann man sich schwer entziehen

Während des 1. Weltkriegs, genauer: im Jahr 1916, gelang dem Rebenzüchter Georg Scheu in der Landesanstalt für Rebenzüchtung Alzey mit seinem 88. Sämling einer Kreuzungsserie die überzeugende Neuzüchtung Scheurebe. Ehe der Verdienst des Züchters in der Sortenbezeichnung verewigt wurde, nannte man sie in Winzerkreisen "Sämling 88", eine Bezeichnung, die sich bis in die heutige Zeit gehalten hat. Die ursprünglichen Angabe von Georg Scheu, es handele sich um eine Kreuzung von Riesling und Silvaner, konnte in der Zwischenzeit durch DNA-Analyse widerlegt werden und die wahren Elternsorten stellten sich als Riesling und Buketttraube heraus!

Anerkennung fand die Züchtung in den 50er Jahren, als es gelang, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen von der Scheurebe zu erzeugen. Sie boomte in den siebziger Jahren und ihre Rebfläche verdoppelte sich. Von rund 2.500 Hektar Rebland, das aktuell in Deutschland mit Scheurebe bestockt ist, entfällt nur ein winziger Anteil auf unsere Bergstraße. Lediglich 1 ha wird von unseren Mitgliedern an ausgewählten Standorten bewirtschaftet.

Die Scheurebe stellt an den Standort beinahe ebenso große Ansprüche wie Vater Riesling. Sie verträgt leidlich trockene, karge Böden, kommt gut mit Lößböden und sehr gut mit kalkhaltigen Böden zurecht. Holz reift lange im Spätherbst noch aus. Die lange Assimilation des sattgrünen Blattwerks ermöglicht hochgradiges Lesegut. Jahrelang hielt unsere Scheurebe-Trockenbeerenauslese aus dem Jahre 1983 aus dem Heppenheimer Stemmler mit 241 Grad (!) Oechsle den Mostgewichts-Rekordwert der Bergstraße. Die Traubenreife wird kurz vor dem Riesling erreicht, der Säureabbau in den mittelgroßen Beeren beginnt relativ spät. Gefährdet ist die Sorte durch Winterfröste ebenso wie durch Botrytis- und Mehltaubefall, die das Aroma in der Beerenschale zerstören können.

Herausragende Scheurebe-Jahrgänge gelangen in unsere Sonderfüllung „Wein und Stein", meist in der Geschmacksrichtung "lieblich". Auch wird die Scheurebe gerne zum aromatischen Feinschliff des Bergsträßer Perlweins Primasecco® verwendet.

Die Farbausprägung ist je nach Qualität blassgelb, strohgelb oder intensiv goldgelb. Zarte Kabinettweine und mittelkräftige Spätlesen zeichnen sich durch ein betontes Sortenbukett und eine harmonische Verbindung von anregender Säure und feinfruchtiger Süße aus. Das betonte Bukett erinnert meist an schwarze Johannisbeeren (Cassis), seltener an Mango, Mandarinen, Limonen, Pfirsiche oder sehr reife Birnen. Nicht zuletzt deshalb wird die Sorte gerne als „deutscher Sauvignon blanc“ bezeichnet. Die edelsüßen Varianten zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus und zeigen auch nach vielen Jahren ein beeindruckendes Pfirsicharoma mit Rosenduft.

Trinkempfehlung
Unsere lieblichen Scheurebe Spätlesen empfehlen sich als Begleiter zu aromatisch-würzigen Ragouts von Fisch und Geflügel, gerade auch zur asiatischen Küche, edelsüße Auslesen passen zum fruchtigen Dessert.
Kräftige trockene Weine der Scheurebe schmecken am besten zu gekochten Fleischgerichten mit kräftiger Soße. Auch die deftige Odenwälder Küche mit Blutwurst oder Leberwurst kann hierzu harmonieren.

Unsere Scheurebe-Weine

Weißburgunder (Pinot blanc, Pinot bianco)
Weißburgunder

Ein leichter Frühlingswein und idealer Menübegleiter

Beim Weißen Burgunder handelt es sich um eine weitere Mutation aus der Burgunderfamilie. Der Blaue Burgunder (Pinot Noir) wird als Urform des Burgunders angesehen. Beim Grauburgunder handelt es sich um eine graublaue Knospenmutation des Blauen Spätburgunders, der Weiße Burgunder kann als farblose Fortsetzung dieser Mutationsschritte betrachtet werden. Bis zum Beginn der Traubenreife und beginndender Beerenfärbung lassen sich diese drei echten Burgundersorten kaum unterscheiden. Nachweislich bekannt ist der Pinot Blanc seit dem 14. Jahrhundert.

An der Bergstraße erfuhr er der Weißburgunder erst im letzten Jahrzehnt eine größere Verbreitung. Die Bergsträßer Winzer entdecken mehr und mehr den Wert dieser eleganten Rebsorte. Etwa 3000 Hektar oder 3 Prozent der deutschen Rebfläche sind derzeit mit der Sorte bestockt, die überall dort gedeiht, wo es für den Riesling schon zu heiß ist. Unsere Mitglieder bewirtschaften etwa 5,5 ha überwiegend in den Heppenheimer und Auerbacher Lagen.

Die Ansprüche des Weißburgunders an Boden und Klima deuten auf die enge Verwandtschaft mit dem Spätburgunder hin. Sie sind hoch: bevorzugt werden möglichst tiefgründige und kräftige Böden und trocken-warme Lagen. Somit sind gerade die kräftigen Lößböden der nach Süden gerichteten Heppenheimer Lage „Eckweg" prädestiniert für diese Sorte. Der Weißburgunder bereitet im Anbau wenig Probleme und kann durch eine lange Reifezeit hohe Mostgewichte erreichen. Die zuweilen etwas spürbare Veranlagung zu höheren Erträgen wird durch unsere Winzer mit einem kräftigeren Ausdünnen der Trauben zum Reifebeginn beantwortet. In manchen Jahren gelingt es mit dieser Sorte, interessante Beerenauslesen zu gewinnen.

Der Weißburgunder präsentiert sich im Glas blass- bis hellgelb, im Duft zart und verhalten. Er ist der neutralere Vertreter der Burgunderfamilie mit eher dezentem Bukett. Typisch ist sein leicht nussiges Aroma. Auch Ananas, grüne Bohne, Apfel, Aprikose, Zitrone und Quitte strömen den Geschmackspapillen entgegen. Um die zarten Aromen zu erhalten, wird der Weißburgunder in Edelstahltanks gekühlt vergoren.

Trocken oder feinherb ausgebaut passt der Weißburgunder mit seiner feinrassigen Art zu vielen Speisen. Als Frühlingswein z.B. ideal zum Bergsträsser Spargel. Er ist ein idealer und vielseitig verwendbarer Menüwein. Nicht übertrieben alkoholreich besitzt er in der Regel einen mäßigen Körper und eine angenehm erfrischende Säure. Er ist damit gut geeignet zu Meeresfrüchten, Fisch, Kalb- und Schweinefleisch sowie Geflügel, oder einfach als gut gekühlter Terrassenwein. Extraktreiche Spätlesen passen auch zu Lamm oder zarten Gerichten vom Jungwild. Die kraftvollen Abfüllungen von Premiumweinen der Serie „Terra Starkenburg“ aus den Lagen Heppenheimer Stemmler und Eckweg zählen hierzu.

Unsere Weißburgunder-Weine

Kerner
Kerner

Aromatische Rebsorte mit einer zweiten perlenden Karriere

Roter Trollinger und weißer Riesling stehen als Eltern im Stammbuch des Kerners. Herausgekommen ist allerdings kein roséfarbenes Gewächs. Farblich betrachtet konnten sich die Einflüsse des Trollingers nämlich nicht durchsetzen

Gelungen ist diese sehr erfolgreiche Kreuzung dem Züchter August Herold im Jahr 1929 im württembergischen Lauffen am Neckar. Benannt wurde sie nach dem Weinsberger Poeten und Oberamtsarzt Justinus Kerner (1786-1862). Die im Auftrag der Weinsberger Versuchsanstalt erarbeitete Kreuzungszüchtung We S 25-30 erhielt 1969 Sortenschutz.

Anfang der siebziger Jahre freundeten sich Winzer und Verbraucher mit der markanten Neuzüchtung an. Sie verbreitete sich in allen deutschen Anbaugebieten. Im Jahre 1992 erreichte der Kerner mit einer Anbaufläche von 7.826 Hektar einen Höhepunkt seiner Popularität, seitdem zeigte sich lange im Anbau eine rückläufige Tendenz. Ähnlich verlief die Entwicklung an der Bergstraße, wo er heute mit 4,5 ha im Anbau der Bergsträsser Winzer eG steht. Derzeit erlebt er einen fulminanten „zweiten Frühling", ausgelöst durch die Erfolge unserer Sekte und Perlweine Primasecco ®.

Die Kernerrebe liebt Böden, die weder zu nass noch zu trocken sind. Eine sehr lange Reifezeit bis in den Spätherbst ermöglicht Mostgewichte über denen des Riesling. Holzreife und Frosthärte sind sehr gut, aber die Laubarbeit gestaltet sich arbeitsaufwändig. Die robuste, winterharte Rebe mit dickschaligen, gelbgrünen Beeren gilt als anfälliger gegenüber Mehltaubefall. Deshalb werden gut belüftete Standorte eher in den höheren Lagen der Bergstraße bevorzugt. Die Sorte liefert gute, recht kontinuierliche Erträge mit meist für Prädikatsweine ausreichenden Mostgewichten.

Den größten Teil unserer Kerner-Weine verwenden wir für unsere Kerner-Sekte in der Geschmacksrichtung halbtrocken. Auch im Perlwein-Cuvee des Primasecco ® sorgt der Kerner für das feine Aroma, das sich mit der zarten Kohlensäure zu einem besonders aromatischen Erlebnis verbindet. Farblich bewegt sich der Kerner meist zwischen hellgelb und strohgelb. Das Bukett ist intensiver als beim Riesling. Er hat eine frische und angenehme Fruchtsäure. Die vorherrschenden Aromen sind: Birne, Orangenkonfitüre, Grüner Apfel, Johannisbeere, Aprikose, Eisbonbon und oft ein leichter Muskatton.

Getrunken werden die leichten Kabinettweine und auch der Perlwein Primasecco ® als sommerliche Durstlöscher. Weine gehobener Qualität passen gut zu leichten und dezenten Vorspeisen, wie Fisch- oder Gemüseterrinen, zu sommerlichen Salaten, zu Fisch, Geflügel und Kalbfleisch, zu Spargelgerichten, zu mildem Schnittkäse und Frischkäse. Fruchtig süße Spätlesen passen besonders gut zu Desserts auf Apfelbasis. Und die harmonischen Kerner-Sekte „Schloß Starkenburg" eignen sich für Festlichkeiten jeder Art. Die leichte „dienende" Süße dieser aromatischen Perlen treffen auch den Geschmack derer, die sich sonst eher selten dem Sekt zuwenden.

Unsere Kerner-Sekte
Primasecco®

Chardonnay
Chardonnay

Die internationale Erfolgssorte

Wie viele andere alte Rebsorten hat auch der Chardonnay seinen Ursprung in Vorderasien. Mit der Ausbreitung der Weinkultur kam die Sorte nach Frankreich und fand insbesondere im Burgund eine neue Heimat. Eine Siedlung bei Tournus mit dem Namen "Chardonnay" könnte der Sorte ihren Namen gegeben haben. Im Burgund kümmerten sich die Klöster um die Ausbreitung und Pflege der Sorte. Seit Jahrhunderten steht der Chardonnay für große Weißweine aus dem Burgund und auch in der Champagne spielt er eine essentielle Rolle. erobert auch die Bergstraße

In Deutschland erfolgte die offizielle Zulassung im Jahr 1991. Schon etliche Jahre zuvor wurde die Sorte auch schon in unserer Winzergenossenschaft zum Versuchsanbau gepflanzt.

Chardonnay ist eine der populärsten Rebsorten der Welt. Sie ist in praktisch allen weinbautreibenden Ländern vertreten und besetzt weltweit eine Anbaufläche, die größer wie die des Rieslings ist. Auch in Deutschland nimmt ihr Anbau langsam, aber beständig zu. Alljährlich kommen 50 bis 100 Hektar dazu. Der Chardonnay wird bisher bei uns ausschließlich in der Heppenheimer Spitzenlage Steinkopf auf speziellen Standorten angebaut. Eine extrem seltene rosefarbene Farbvariante des Chardonnay ist der Chardonnay rose (nicht rosé!), der in unserer Genossenschaft als Deutschlandpremiere erstmals im Jahr 2012 geerntet wurde.

Der Chardonnay stellt an den Standort ähnlich hohe Ansprüche wie ein Weißburgunder oder auch ein Riesling. Randlagen sind demnach ungeeignet. Am besten gedeiht er auf tiefgründigen, kalkigen und warmen Böden. Chardonnay besitzt eine gute Winterhärte, er ist nicht besonders anfällig gegen Krankheiten, die dünnen Beerenschalen begünstigen die Edelfäulebildung. Er wird weiträumig gepflanzt. Höhere Stämme verbessern die Blühfestigkeit. Im Herbst reift er - ähnlich wie der Weißburgunder - mittelfrüh und kann kurz vor oder mit dem Riesling geerntet werden. Die Oechslegrade liegen auf Weißburgunderniveau, bei geringen Erträgen auch darüber. Die Säurewerte erreichen in geeigneten Lagen ein ansprechendes Niveau.

Die Chardonnay-Weine werden bei uns trocken ausgebaut. Neben dem Ausbau im Edelstahltank ist vor allem der Barrique - Ausbau bei dieser Sorte sehr verbreitet. So auch bei uns. Dafür eignen sich allerdings nur hochwertige Grundweine. Frische, fruchtige Chardonnay-Weine werden auch versektet. Der Duft von Melonen, exotischen Früchten, überreifen Stachelbeeren oder auch nicht ganz reifen Äpfeln ist typisch für den Chardonnay. Gehobene Qualitäten in der Weinserie „Terra Starkenburg“ besitzen meist reichlich Alkohol und Extrakt, sie sind stoffig und nachhaltig.

Da Chardonnay in verschiedenen Qualitätsstufen vom frischen Qualitätswein bis zur wuchtigen, trockenen Auslese vorkommen kann, kann er für die verschiedensten Anlässe eingesetzt werden. Leichte, junge Weine begleiten gut Fisch und Meeresfrüchte, kräftige Weine passen zu Gebratenem ebenso wie zu herzhaftem Käse. Chardonnay-Sekte eignen sich hervorragend als Appetitanreger bei einem Empfang.

Unsere Chardonnay-Weine

Saphira
Saphira

Diese pilztolerante weiße Rebsorte wird bei uns nur auf kleiner Fläche im Versuchsanbau getestet

Johanniter
Johanniter

Helfer zum Erhalt des regionalen Steillagenweinbaus

Der Johanniter ist eine 1968 neu gezüchtete pilzwiderstandsfähige weiße Rebsorte . Sie wurde am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg aus Riesling, Ruländer, Gutedel und Seyve-Villard gekreuzt und wurde recht schnell zu einer der erfolgreichsten pilztoleranten Neuzüchtungen. Amtlich wird Johanniter mit dem Zuchtstamm FR 177-68 gekennzeichnet.

Der Name "Johanniter" wurde zu Ehren von Dr. Johannes Zimmermann vergeben, dem ehemaligen Leiter der Rebenzüchtung des Freiburger Weinbauinstituts.

Die Ähnlichkeit mit der Muttersorte Riesling ist unverkennbar. Austrieb, Blüte und Reifungsbeginn erfolgen im Vergleich zum Riesling jedoch früher. Ertrag und Qualität liegen höher wie beim Riesling. Die Frostfestigkeit gilt als sehr gut. Die Lageansprüche entsprechen denen der Burgundersorten. Die Sorte ist wenig anfällig gegen den Echten und Flaschen Mehltau.

Diese Pilztoleranz ist die herausragende Eigenschaft der Sorte. Sie benötigt nur 2-3 Pflanzenschutzmaßnahmen und damit nur halb so viel wie traditionelle Rebsorten. Damit bringt Sie insbesondere in den Handarbeitslagen eine erhebliche Erleichterung bei den im Steilhang besonders beschwerlichen Pflanzenschutzmaßnahmen und zugleich einen deutlich verringerten Mittelaufwand. Aus diesem Grund haben wir die Sorte unseren Mitgliedern insbesondere für den Steillagenweinbau an die Hand gegeben. Sie leistet somit mit derzeit 1,6 ha Fläche einen erheblichen Beitrag zum Erhalt dieser wertvollen, landschaftstypischen und die Bergstraße prägenden Weinberge.

Die reifen Trauben vom Johanniter haben einen ausgeprägten Geschmack von reifen Mandarinen.

Die Weine sind kräftig, fruchtig und haben Ähnlichkeiten mit Grauburgunder. Auffallend ist die recht milde Säure. Wegen der angenehm weichen Fruchtsäure ist der Johanniter sehr früh und angenehm trinkreif. Dies macht die Sorte auch zu einer idealen Sorte für den Bergsträßer Federweißer, für den er auch bei uns Verwendung findet.

Auch als neutraler Cuveépartner findet die Rebsorte zunehmend Verwendung.

Reichensteiner
Reichensteiner

Der Frühreife für den frischen und spritzigen Federweißer

Reichensteiner ist eine Neuzüchtung aus Müller-Thurgau x (Madeleine Angevine x Calabreser Froelich). Heinrich Birk, der Leiter des Instituts für Rebenzüchtung der Forschungsanstalt Geisenheim war, kreuzte sie 1939. 1978 wurde der Reichensteiner in die Sortenschutzrolle eingetragen. Bei der Namensfindung stand die Burg Reichenstein bei Bingen Pate.

Die Sorte ist als Alternative zum Müller-Thurgau gedacht. Die Weine sind relativ neutral.

Da die Beeren des Reichensteiners früher reif und weniger fäulnisanfällig sind wie beim Müller-Thurgau, wird fast immer die jährliche Weinlese an der Bergstraße mit dem Reichensteiner begonnen. Von einer Fläche von etwa 0,6 ha wird – zusammen mit Müller-Thurgau – der erste neue Bergsträßer Federweißer hergestellt. Somit reicht die Menge nie für eine spätere eigenständige Füllung der Sorte.

Roter Riesling
Roter Riesling

DIE Bergsträßer Spezialität: Eine in Vergessenheit geratene historische Rebsorte

Ganz in der Nähe unserer Heimat ist vermutlich aus einer Auslese von Wildreben am Oberrhein die deutsche Vorzeigerebsorte, der Riesling entstanden. Die frühe Verbreitung des Rieslings, der Wuchs, die Größe der Traubenbeeren, die lange Reifezeit und Frostfestigkeit zeigen die enge Verwandtschaft mit den Wildreben. Es gibt erste historische Dokumente über den Riesling, die auf die Jahre 1435 bzw. 1465 zu datieren sind.

Der Rote Riesling ist eine in Vergessenheit geratene historische Variante des Rieslings. Es gibt auch eine dunkelbeerige Mutation namens Blauer bzw. schwarzer Riesling und eine weißbeerige namens Dalkauer (Beutelrebe). Der rote Riesling war bis ins 19. Jahrhundert ein Bestandteil des gemischten Satzes und verschwand dann Zug um Zug aus den Weingärten. Niemand nahm sich mehr seiner an. Erst im Jahr 1991 wurden im Institut für Rebenzüchtung in Geisenheim die Weichen für den Wiederanbau gestellt.

Der rote Riesling ist jetzt ein wieder zum Leben erwachtes Stück unserer Weingeschichte. Erstes Ziel war es, ihn an der Bergstraße wieder anzubauen, um das genetische Material der Sorte zu erhalten. Denn die rote Färbung der Beeren könnte vielleicht der Garant dafür sein, dass er den sortentypischen Charakter noch bewahrt, wenn die Jahresdurchschnitts-Temperaturen auf Grund des Klimawandels künftig noch weiter steigen. Doch schon nach wenigen Jahren des Anbaus zeigt er sein riesiges Potential und seine Flächenentwicklung spricht Bände!

Der Rote Riesling wurde zuerst in Hessen als „klassifizierte“ Rebsorte eingetragen und somit zum Anbau von Qualitätswein freigegeben. Mit 9,3 ha (Stand 2016) besitzen unsere Mitglieder die „weltgrößte“ Rebfläche dieser historischen Sorte. Er nimmt bereits den 5. Platz in unserer Rebsortenhitliste ein! Am Erlebnispfad Wein und Stein am Heppenheimer Steinkopf hat man ihm sogar eine Traubenskulptur als Denkmal gesetzt.

Der Rote Riesling ist wie sein weißer Bruder eine langsam reifende Rebsorte, deren prägendes Element die fruchtige Säure ist. Die Beeren sind eher klein und bevorzugen kühleres Klima. Deshalb ist er prädestiniert für die nördlichen Anbaugebiete, wo er in der späten Herbstsonne seine Reife vollendet. Er stellt die höchsten Ansprüche an die Lage (Energie), dafür aber eher geringe Ansprüche an den Boden. Je nach Standort (Bodenart und Mikroklima) bringt er sehr unterschiedlich nuancierte Weine bei eher niedrigem bis mittleren Ertragsniveau.

Im Zeitalter des Klimawandels ist eine seiner besonderen Eigenschaften besonders hervor zu heben: Bedingt durch die Phenole (Vorstufen der roten Farbstoffe) ist auch eine verbesserte Schutzwirkung gegen Traubenfäule vorhanden, die ihm einen kleinen – aber in frühen Herbsten besonders wichtigen -Vorteil zum weißen Riesling verschafft. Die sonstigen Sorteneigenschaften sind identisch mit dem weißen Riesling.

Die Weine des Roten Rieslings sind – wie beim weißen Riesling - in allen Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen möglich. Er bringt ein ebenso breites Spektrum von leichten erfrischenden Zechweinen bis hin zu gehaltvollen Weinen mit viel Spiel und Rasse hervor. Der Rote Riesling präsentiert sich kräftiger, vollmundiger, extraktreicher und voluminöser im Geschmack als sein weißer Bruder.

Überwiegend erfolgt der Ausbau mit der sogenannten Kaltgärung im Edelstahltank, um die natürliche Fruchtaromatik zu erhalten. So entsteht auch unsere besonders beliebte feinherbe Variante.

In den höheren Qualitätsstufen ist die trockene Version in der Serie „Terra Starkenburg hervorzuheben. Auslesen und Eisweine sind ebenso möglich wie Sekte. Der "typische" Bergsträßer Rote Riesling zeigt eine gelbliche, fast goldfarbene edle und wertige Farbe. Im Duft dominieren Pfirsich und manchmal sogar exotische Früchte. Die Fruchtsäure ist eine Nuance weicher wie beim weißen Riesling. Nahezu immer ist er aromatischer wie der weiße Riesling.

Die jungen Weine des Roten Riesling sind – insbesondere in der feinherben Variante, leichte, unkomplizierte Trinkweine und ideale frische Sommerweine. Als Speisebegleiter zu nahezu jedem Menü sind sie bestens geeignet. Die trockenen und kräftigen Spätlesen der Serie „Terra Starkenburg“ harmonieren besonders gut mit Frischkäse.

Die „neue“ und zugleich alte und historische Rebsorte bietet aber sicherlich noch ein unvergleichlich größeres Experimentierfeld in der Kombination mit den verschiedensten Speisen und verspricht sicher noch viele spannende und reizvolle Varianten zum Ausprobieren.

Unsere Weine des roten Rieslings

Sauvignon blanc
Sauvignon blanc

Die Nobelrebe mit dem Zauber einer Tropenfrucht

Schon der französische König Heinrich IV (1589 bis 1610) soll ihn bereits als Kind und später für sein Leben gern getrunken haben…

Ab Anfang des 18. Jahrhunderts trat der Sauvignon blanc unter vielerlei Synonymen seinen Erfolgsweg in der internationalen Weinwelt an. 1710 wurde die Sorte erstmals im Südwesten Frankreichs erwähnt. Er wurde in den letzten Jahrzehnten zu einer international gefeierten Berühmtheit und stieg hinter Chardonnay zur weltweit zweitwichtigsten weißen Rebsorte auf.

Den Sauvignon Blanc zeichnet eine noch mittelgute Holzreife bei entsprechender mäßiger Winterfrosthärte aus. Er muss daher als sehr anspruchsvoll bezüglich des Standorts eingestuft werden. Somit ist das besonders milde Klima der Bergstraße prädestiniert für seinen Anbau.

Im Wuchsverhalten neigt er zu den Extremen. Er ist gleichzeitig empfindlich und stark. Anfällig für Frühlingsfrost, treibt er aber glücklicherweise recht spät aus. Im Sommer entfaltet er seine große Kraft, Ausdauer und Vitalität. Die vegetative Leistung ist sehr groß und unzählige saftig grüne Blätter verdecken allzu gerne die kleinen, goldgelben Trauben.

Die sehr anspruchsvolle Sorte fordert daher eine sehr intensive Laubarbeit. Luftige Standorte im oberen Hangbereich sind zur vollen Ausprägung des Sortenaromas am besten geeignet. Doch nicht nur bei der Kulturführung verlangt der Sauvignon blanc dem Winzer vollen Einsatz ab. Auch ein optimal abgestimmter Erntetermin sowie eine behutsame und gekühlte Einlagerung durch die Kellermeister sind notwendige Voraussetzungen, um die sortentypische Aromatik der Weine zur Geltung zu bringen.

Den steilen Aufstieg zur Kultsorte verdankt der Sauvignon blanc genau diesem bemerkenswert individuellen, intensiven Aroma und seiner oft knackigen Frische. Der hohe „Wiedererkennungswert“ der Weine beim Weinfreund ist ein großer Teil des Erfolgs. In heißen Sommermonaten kann er seine Stärke als mitreißend beschwingter und erfrischender Muntermacher ausspielen.

Gerade deutsche Sauvignon Blanc-Weine überraschten in den letzten Jahren durch sehr gute Bewertungen in internationalen Verkostungen und nicht zuletzt hat auch unser Bergsträßer Sauvignon blanc einen Anteil daran. Er hat besonders frische, pikante Johannis- und Stachelbeeraromen, häufig auch „grüne“ Noten (frisch gemähtes Gras) und einem Mineralton bei einer unterstützenden Säurestruktur.

Das typische Sauvignon-Blanc-Aroma wird wie beim Cabernet Sauvignon durch den Gehalt an Pyrazinen verursacht. Diese sind schwefelhaltige Verbindungen, die an Ginster erinnern. Sie kommen zwar nur in millionstel Gehaltsprozenten in der Traube vor, entfalten abr schon in geringster Konzentration eine faszinierende Wirkung.

DNA Analysen zeigten 1997, dass die bekannte Rebsorte Cabernet Sauvignon aus einer vermutlich natürlichen Kreuzung aus Sauvignon Blanc und Cabernet Franc entstand. Dies erklärt auch die gewisse Ähnlichkeit der Geruchstoffe beim Cabernet Sauvignon und Sauvignon blanc.

Unsere Sauvignon blanc Weine

Hibernal
Hibernal

Diese pilztolerante weiße Neuzüchtung wird bei uns nur auf wenigen Quadratmetern Fläche getestet.

Chardonnay rose
Chardonnay rose

Die rosafarbene Variante eines Global Players

Diese Rebsorte ist eine große Rarität! Im Jahr 2010 erfolgte am Erlebnispfad Wein und Stein die erste Pflanzung eines kompletten Weinbergs in Deutschland mit einer sehr seltenen Sorte mit hellroten Beeren, dem Chardonnay Rose.

Er ist eine Farbvariante des weltweit verbreiteten weißen Chardonnay. Selektioniert wurde diese Version von der Forschungsanstalt Geisenheim, die den Sortenschutz dafür angemeldet hat.

Man erwartet bei der Farbvariante ähnliche Effekte beim Wein wie beim roten Riesling, der fülliger und aromatischer ist als der weiße Riesling.

Weltweit dominiert der weiße Chardonnay mit 99,9 %. Bislang waren einzelne Pflanzungen dieser rötlichen Spielart nur in Oberitalien (Venezien) und Frankreich bekannt.

Die amtlich eingetragene Schreibweise der Sorte ist nach einigem Hin und Her jetzt Chardonnay Rose (nicht Rosé !). Das hat weinrechtliche Hintergründe, da eine Verwechslung mit dem Begriff Rosé vermieden werden musste. Der Begriff „Rosé“ ist nämlich den hell gekelterten Weinen aus Rotweinsorten vorbehalten. Die Weine des Chardonnay Rose sind dagegen wie die des Roten Riesling vollkommen farblos.

Der Jungfernwein 2012 mit den ersten 600 Litern wurde in die Exklusivserie Wein und Stein mit einem Sonderetikett gefüllt.

Unser Chardonnay Rose Wein

Weißer Traminer - Savagnin blanc
Weißer Traminer - Savagnin blanc

Die weiße Variante des Traminers

Savagnin blanc wird fast nur noch im Schweizer Jura kultiviert wird. Sie ist auch unter dem Namen Heida im Wallis vom höchsten Weinberg Europas (Visperterminen) bekannt. In Ungarn heißt die Sorte Fromentin. Weltweit sind es nur noch weniger als 1000 ha.

Die Erträge sind recht gering, was den hohen Preis dieser Edelsorte rechtfertigt. Die Fäulnisanfälligkeit der Sorte soll geringer sein, wie beim roten Traminer. Dies ist der Grund für einen kleinen Anbauversuch in der Bergsträßer Winzer eG.

Mit dem Sauvignon Blanc ist der Savagnin jedoch weder identisch noch verwandt.

Der Wein ist meist goldgelb, geschmacklich erinnert er an Nuss, Vanille und Honig, auch bisweilen leicht rauchiger Anmutung. Er wird bei uns im Cuveé mit dem Gewürztraminer gefüllt.

Goldmuskateller
Goldmuskateller

Aromatisches Kind des Südens

Diese Rebe fand im Frühjahr 2013 als Pilotpflanzung den Weg in die Weinberge unserer Mitglieder am Heppenheimer Eckweg. Es ist eine ursprünglich italienische Rebsorte. Sie ist dort insbesondere in Südtirol verbreitet. Dort ist sie unter dem Namen Moscato Giallo bekannt, früher auch als Moscato Sirio. Sie gilt – wie der Name schon sagt – als edelste Variante aus der großen Muskateller-Familie mit ihren zahlreichen Spielarten.

In Italien sind es rund 300 ha bestockte Rebfläche. Im Zeitalter des Klimawandels und auf der Suche nach später reifenden aromatischen Sorten für die Bergstraße, wird dem Goldmuskateller bei uns eine gute, wenn nicht sogar vielversprechende Chance eingeräumt.

Die Weine ähneln bis ins Detail dem Gelben Muskateller. Sie besitzen einen ausgeprägten würzig-fruchtigen Muskattyp bei gleichzeitiger anregender erfrischender Fruchtsäure. Der Goldmuskateller ist jedoch lockerer in der Traubenstruktur und besitze dickschaligere Beeren wie der Gelbe Muskateller und ist daher fäulnisfester als dieser. Außerdem ist er mindestens 2 Wochen später reif wie dieser und somit prädestiniert für die besonders guten Bergsträßer Standorte.

Es freut uns um so mehr, an der Bergstraße die erste inzwischen existierende Spezialität "Goldmuskateller–Sekt" präsentieren zu können. Vorläufig nur in geringen Mengen.



Bild: Wikipedia

Silvaner
Silvaner

Ein Zechwein der Spargel und Fisch mag

Die Weinhistoriker vermuten, dass der Silvaner einst aus Wildreben im Donaugebiet ausgelesen wurde. Somit ist als Herkunftsland eher Österreich als Rumänien anzunehmen, worauf die Namensverwandtschaft mit der Region Transsylvanien hindeuten könnte. Doch diese Herkunft ist wohl eher unwahrscheinlich: der frostempfindliche Silvaner hätte die dortigen kalten Winter nicht überstanden. Belegt ist, dass im Jahr 1665 ein Zisterzienser-Abt Alberich Degen aus dem fränkischen Steigerwald die Rebe nach Deutschland brachte.

Von Franken aus erreichte sie auch uns. Bis Mitte des letzten Jahrhunderts war sie die dominierende Rebsorte der Bergstraße. Dabei nannten die Bergsträßer Winzer noch bis vor wenigen Jahrzehnten den Silvaner "Österreicher".

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann die unaufhaltsame Ausbreitung des Silvaner. Er verdrängte alte, minderwertige Sorten. Schließlich galt die Rebsorte Mitte des vorigen Jahrhunderts als wichtigste deutsche Rebsorte: mehr als jede zweite deutsche Rebe war ein Silvanerstock. Der kontinuierliche Anbaurückgang der letzten Jahrzehnte zugunsten des wertvolleren Rieslings ließ den Flächenanteil des Silvaners in Deutschland auf derzeit 5 Prozent sinken. Ähnlich war es an der Bergstraße, wo wir inzwischen bei 4,5 ha in der Bergsträßer Winzer eG liegen.

Der Silvaner stellt hohe Ansprüche an den Boden, weniger an die Lage. So gibt er sich nicht mit trockenen oder steinigen Böden zufrieden, sondern liebt die nährstoffreichen Lößlehmböden der Bergstraße. Silvaner ist empfindlich gegen Winterfrost. Er kann hohe Erträge liefern für einfache Zechweine. Andererseits liefert er gehobene Prädikatsweine bei entsprechender Ertragsreduzierung durch den Winzer oder bei Auswahl einer qualitativ hochwertigen Selektion.

Silvaner gilt als ertragssicher mit einer mittleren Reifezeit. Er liefert eher neutrale Weine mit einer milderen Säure als beispielsweise der Riesling. In allzu säurebetonten Jahren war er deshalb ein beliebter Cuveepartner. Silvaner sind in der Farbe meist recht hell, haben einen dezenten, mitunter erdigen Duft und einen mittleren Körper. Vielfach trifft auch die Eigenschaft "saftig" oder "vollmundig" zu. Die Vinifizierung erfolgt gewöhnlich im Edelstahlbehältnis, um das zarte Sortenaroma nicht durch Holzeinfluss zu zerstören. Dieses typische Silvaner-Aroma erinnert an den Duft einer frisch gemähten Wiese. Dazu gehören Kräuteraromen, aber auch Fruchtaromen wie Birne und Holunder.

Der Silvaner ist ein einfacher unkomplizierter Speisenbegleiter. Er passt perfekt zur leichten Küche. Geschliffene weiche Silvaner sind wunderbare Fischbegleiter und passen besonders zum Spargel. Meist werden hierzu die Jungweine aus dem neuen Jahrgang bevorzugt. Ihr dezentes Bukett und die sehr milde Säure betonen den Eigengeschmack sehr vieler Speisen. Letztere sorgt auch für die hohe Bekömmlichkeit leichter Silvaner-Weine. Die herzhaften Varianten schmecken auch zu unserer kräftigen, regionalen Odenwälder Küche.

Souvignier Gris

Souvignier Gris

Souvignier gris ist eine pilzwiderstandsfähige (= Piwi) Weißweinsorte, die 1983 gekreuzt wurde.

Pilzwiderstandsfähig bedeutet, dass die Sorte eine gewisse Festigkeit gegenüber schädlichen Pilzen besitzt.

In der Pilzfestigkeit liegt einer der Vorteile dieser Sorte. Der Winzer nutzt diese Eigenschaft, um die CO2-Emission zu verringern und den Boden zu schützen, indem er weniger oft durch die Rebzeilen fahren muss (z.B. zum Spritzen, Kontrollieren auf Pilzbefall). Dies benötigt weniger Energie (Diesel) und verursacht weniger Bodenverdichtungen oder erosionsgefährdete Fahrspuren.

Wegen der anbautechnischen Vorteile erlebt die Sorte aktuell einen großen Boom in vielen Europäischen Weinbauländern. An der Bergstraße ist die Bergsträßer Winzer e.G. der erste Betrieb, der diese Sorte ausbaut.

Auch der Wein der Sorte liegt im Trend. Er erinnert an einen duftigen Grauburgunder. Zuweilen ist die Fruchtsäure etwas höher. Dann wird er einem Chardonnay sehr ähnlich.

Aussprache: „Suwinier gri“ und nicht „Sowinjo gri“

Solaris

Solaris ist eine 1975 neu gekreuzte weiße Rebsorte. Sie wurde am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg durch Norbert Becker aus den Sorten Merzling und Gm 6493 gekreuzt. Der Name "Solaris" leitet sich von der Sonne ab, die der Sorte zu einer frühen Reife und zu einer hohen Zuckerleistung verhilft. Auch die goldgelbe Farbe der reifen Beeren erinnert an die Kraft der Sonne. In der Bergsträßer Winzer eG wächst Solaris seit 2015 im Heppenheimer Stemmler. Dies war die erste Pflanzung an der Hessischen Bergstraße.

Es ist eine pilztolerante Rebsorte mit sehr hoher Widerstandsfähigkeit gegenüber echtem und falschem Mehltau sowie der Traubenfäule. Daher können die Pflanzenschutzmaßnahmen erheblich reduziert werden. Sie hat außerdem eher geringe Lageansprüche bei einem sehr frühen Austrieb und zeitiger Blüte. Der Reifebeginn ist daher ebenfalls sehr früh (7-14 Tage vor Müller-Thurgau). Daraus resultiert ein sehr hohes mittleres Mostgewicht mit typischen Spät- und Auslesequalitäten, denn die 100 Grad Oechsle werden meist schon Anfang September überschritten. So war es auch bei unserem ersten Jungfernwein der Sorte: 2016er Heppenheimer Stemmler Solaris Auslese edelsüß (Art. Nr. 336)

Es erwarten Sie gehaltvolle und harmonische Solaris-Weine mit ausgeprägter Fruchtigkeit, die an reife Sauvignon blanc und edelsüße Rieslinge erinnert.

Muscaris

Muscaris ist eine 1987 neu gekreuzte weiße Sorte. Muscaris wurde am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg durch Norbert Becker aus den Sorten Solaris und Gelber Muskateller gekreuzt. Die erste Pflanzung an der Hessischen Bergstraße erfolgte durch unsere Mitglieder im Jahr 2015 im Heppenheimer Stemmler.

Der Austrieb, die Blüte und der Reifebeginn erfolgen etwa zeitgleich mit der Sorte Weißburgunder. Die Blütestabilität der sehr wuchskräftigen Sorte ist gut. Die Toleranz gegen die Pilzkrankheiten Echter Mehltau sowie Falscher Mehltau ist hoch bis sehr hoch. Daher können die Pflanzenschutzmaßnahmen erheblich reduziert und damit die CO²-Bilanz optimiert werden.

Die Muscaris-Weine sind kräftig-stoffig, verfügen über eine kräftige Fruchtsäure sowie wegen des Muskateller-Erbgutes ein intensiv von Muskatnoten bestimmtes Bouquet. Den Muskatnoten schließen sich in der Regel noch rauchige Noten an.

Unser erster Jungfernwein der Sorte war die 2016er Heppenheimer Stemmler Muscaris Auslese edelsüß (Art.Nr. 335).

 

 

Rotwein-Rebsorten

Spätburgunder (Pinot noir, Pinot nero)
Spätburgunder (Pinot noir, Pinot nero)

Ein Wein voll Wärme und Charme

Was der Riesling qualitativ für die Weißweine bedeutet, verkörpert der Blaue Spätburgunder unter den Rotweinen: Unsere Spitze!

Die Rebsorte Spätburgunder oder Pinot Noir zählt zur Burgunderfamilie. Diese gehört wohl zu den frühesten aus den Wildreben im westlichen Mitteleuropa ausgelesenen Sorten. Karl der Dicke brachte die Sorte 884 an den Bodensee. Im 13. Jahrhundert wurde sie am Rhein gepflanzt. Schon im 16. Jahrhundert stand sie vermutlich erstmals an der Bergstraße, konnte aber wegen geringer Erträge wohl nie richtig Fuß fassen. Mitte des letzten Jahrhunderts war an der Bergstraße praktisch kein Spätburgunder mehr vorhanden.

In Deutschland sind über 10.000 Hektar Rebfläche mit der Sorte Spätburgunder bestockt, das entspricht einem Anteil von über zehn Prozent an der Gesamtrebfläche. Winzer und Verbraucher favorisieren die Sorte zunehmend. Seit Beginn der 90er Jahre wuchs die Spätburgunderfläche in Deutschland um mehr als 3.000 Hektar an. Im Zuge des Rotweinbooms hat er auch an der Bergstraße wieder eine phantastische Renaissance erlebt und stellt inzwischen mit 46 ha (!) den Löwenanteil unserer roten Sorten.

Die edle und sehr alte Sorte verlangt viel Sorgfalt und stellt hohe Ansprüche an Klima und Boden. Am besten gedeiht sie in sogenannten Rieslinglagen, also den besten Lagen. Sind die Wuchsbedingungen auf Lößböden wie im Heppenheimer Eckweg oder im Auerbacher Höllberg besonders gut, läuft sie zur Hochform auf und lohnt die Mühe mit den schönsten Rotweinen. In den letzten Jahren haben sich lockerbeerige und kleinbeerige Traubenselektionen des Spätburgunders an der Bergstraße durchgesetzt, die bei einer ansprechenden Ertragsstabilität und günstiger Traubenstruktur eine optimale Belichtung und Gesundheit jeder einzelnen Beere gewährleisten. Die beim Spätburgunder gefürchtete Fäulnis, die die Beerenfarbe zerstören würde, kann bei diesen Selektionen fast nicht mehr auftreten und der Erntetermin kann länger hinausgezögert werden. Dies ist neben den obligatorischen Ausdünnmaßnahmen zur Ertragsbegrenzung die Voraussetzung zur Gewinnung allerhöchster Selektionsweine der Serie Terra Starkenburg.

Der Spätburgunder wird vornehmlich als trockener Rotwein ausgebaut, einige unserer Weine haben auch eine gewisse Restsüße. Immer beliebter werden auch unsere Roséweine vom Spätburgunder vom Heppenheimer Schlossberg oder von unseren badischen Mitgliedern aus Laudenbach und Hemsbach. Nobel ausgestattet ist auch unser exquisiter Pinot-Sekt. Die höheren Qualitäten der Serie Terra Starkenburg bauen unsere Kellermeister auch im Barriquefass aus. Maischegärung und Maischeerhitzung sind je nach vorgesehener „Stilrichtung" des Weines die beiden Verfahren, die unsere Kellermeister zur Extraktion der roten Farbe aus den Beerenschalen nutzen.

Spezielle Besonderheiten sind bei uns Spätburgunder-Weingelee oder auch die Tresterbrände (Grappas) „Marc vom Burgunder".

Trinkempfehlung
Spätburgunderweine schmecken vollmundig und samtig und haben ein fruchtiges Aroma und Nuancen von Mandel. Der typische Bergsträßer Spätburgunder hat einen leicht süßlichen Duft nach roten Früchten von Erdbeere, Kirsche, Waldbeere und Brombeere bis hin zur schwarzen Johannisbeere. Bei Barriqueweinen kommen durch den Eichenholzeinfluß Vanille-Zimt-Anklänge hinzu. Die Barriquevarianten der Serie Terra Starkenburg benennen wir zur deutlichen Unterscheidung als „Pinot noir“.

Man unterscheidet beim Spätburgunder den klassischen und den modernen Typ. Traditionell wurden die besten Spätburgunder aus hochreifen Trauben gewonnen, waren nicht sehr farbintensiv, mild, gerbstoffarm und von eher ziegelroter Farbe. Neben diesem klassischen Typ gewinnt der moderne Spätburgunder mit kräftigem Rot, mehr Gerbstoff, weniger Säure und häufig kurzer Lagerung im kleinen Eichenfass immer mehr an Bedeutung.

Spätburgunder-Rosé-Weine sind gut gekühlt im Sommer am Abend auf der Terrasse zu genießen. Sie gefallen zu Vorspeisen und weißem Fleisch. Dagegen sind die wärmenden Spätburgunder Rotweine ideal für die kühlere Jahreszeit. Man trinkt sie wohl temperiert auf 16 bis 18 Grad. Kräftige Premium und Selektionsvarianten der Serie „Terra Starkenburg ®" begleiten am besten einen Braten oder Wild oder auch eine Käseplatte. Die seltenen Spätburgunder-Auslesequalitäten und auch unser Spätburgunder Strohwein sind sehr wohl auch als interessanter Aperitif zulässig.

Unsere Spätburgunder-Rosè-Weine
Unsere Spätburgunder-Rotweine

Dunkelfelder
Dunkelfelder

Dunkelrot wie Blut

Der Dunkelfelder ist eine rote Rebsorte. Es handelt sich um eine Kreuzung von Gustav Adolf Fröhlich (Edenkoben) vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Eltern sind Madeleine Angevine x Färbertraube (Teinturier du Cher). Die ursprünglichen Angaben des Züchters, es handele sich um eine Kreuzung von Blauer Portugieser und Färbertraube, konnten in der Zwischenzeit durch DNA-Analyse widerlegt werden.

Die Rebsorte treibt sehr früh aus und ist somit empfindlich gegen eventuelle späte Frühjahrsfröste. Aufgrund seiner guten Holzreife ist die Winterfrosthärte des Dunkelfelder ausreichend gut und damit besser als die des Blauen Portugieser.

Viele Jahre fristete die Sorte ein Schattendasein in den Zuchtanstalten. Den Namen Dunkelfelder erhielt sie dann in der Forschungsanstalt Geisenheim in Anspielung auf die dunkle Farbe des Saftes. Die Sorte wird daher häufig zur Farbunterstützung als Deckwein in Cuveés eingesetzt.

Die Fläche der Rebsorte bei unseren Mitgliedern beträgt nur ca. 0,5 ha. In Deutschland sind es etwa 350 ha.

Schön für die Weinlagenwanderer: Die Laubwände der wenigen Flächen leuchten im Herbst weithin sichtbar tief ziegelrot und sind beliebte Fotomotive.

Der Wein aus Dunkelfelder hat eine schwarzrote Farbausprägung und einen körperreichen und nachhaltigen Geschmack. Die Säureausprägung eher mäßig. Mit dem hohen Farbstoffgehalt geht auch ein hoher Gerbstoffanteil einher. Aufgrund seiner Charakteristik eignet er sich auch zum Ausbau in Eichenholzfässern.

Dornfelder
Dornfelder

Die Kultsorte mit atemberaubender Erfolgsgeschichte

Der Dornfelder ist die erfolgreichste deutsche Neuzüchtung bei den Rotweinsorten. Seine Ursprünge führen nach Württemberg, in den Ort Weinsberg. Dort gab der Weinbaufachmann Imanuel Dornfeld den Anstoß zur Gründung der dortigen Weinbauschule. August Herold - er lebte von 1902 bis 1973 - züchtete dort bereits 1955 den Dornfelder.

Anfänglich wurde sie nur zum Verschnitt mit hellen Rotweinen ("Deckrotwein") benutzt, um diesen eine dunklere Farbe zu geben, bis man nach einigen Jahren das gewaltige Potenzial des Dornfelders erkannte und eine Erfolgsstory ohne Gleichen begann.

Mitte der siebziger Jahre, bis dahin gab es gerade mal 100 Hektar Dornfelder-Weinberge, begann sich die Sorte Dornfelder als eigenständiger Wein durchzusetzen. Heute sind 6.000 Hektar mit der roten Neuzüchtung bestockt, schon mehr als fünf Prozent der deutschen Rebfläche, Tendenz: weiter steigend. Lediglich der Spätburgunder wird unter den roten Sorten häufiger angebaut und hier an der Bergstraße deutlich bevorzugt. Längst ist aber auch bei uns die Neuzüchtung von vor 50 Jahren zu einem Rotweinklassiker gereift und erfreut sich seit Jahren einer immensen Nachfrage, was zu einer Fläche von 5,5 ha (2,1 %) in unserer Winzergenossenschaft geführt hat.

Es handelt sich um eine robuste, wenig anfällige Rebsorte. Sie neigt, lässt man ihrem Wachstumsdrang freien Lauf, zu etwas hohen Erträgen. Deshalb schneiden unsere Winzer zu Beginn der Reifeperiode Trauben ab, um den Ertrag zu reduzieren und damit die Konzentration der Inhaltsstoffe auf die verbleibenden Trauben zu unterstützen. Die Trauben wachsen lockerbeerig und sind daher wenig fäulnisgefährdet. Die Rebe stellt höhere Ansprüche an den Boden; so hat sie ungern zu trockene, sandige oder steinige Standorte.

Die Sorte wird bei uns meist trocken ausgebaut. Es gibt zwei unterschiedliche Ausbaustile. Klassisch ist der jung gefüllte Rotwein mit intensiven Fruchtaromen wie Sauerkirsche, Brombeere und Holunder. Seltener sind die späten Füllungen nach Holzfaßausbau, die mehr die Gerbstoffe und Struktur des Weins betonen und die Fruchtaromen etwas zurücknehmen. Meist ergibt dies noch gehaltvollere, geschmeidigere und harmonische Weine. Unschwer ist der Dornfelder bereits an seiner tiefdunklen leicht bläulichen Farbe zu erkennen. Charakteristisch ist auch seine weiche und harmonische Säure. Es ist ein warmer Wein ohne „Ecken und Kanten". Ganz neu ist noch unsere Rosévariante des Dornfelders, die mit ihrem leicht bläulichen Schimmer die Rebsorte kennzeichnet.

Dornfelder sind wie alle Rotweine ideal für die kühlere Jahreszeit. Sie passen dann auch zu kräftigem Braten, Wild oder Käse. Die fruchtige und leichtere Rosévariante ist dagegen bestens für die Sommermonate geeignet. Die pinkfarbene Kapsel steht für die Frische und die leicht rot-bläulichen Reflexe des Weines symbolisieren eine gewisse erholsame „Kühle“ des Weines.

Unsere Dornfelder-Weine

Saint Laurent
Saint Laurent

Eine fast ausgestorbene Rebsorte erlebt eine wundersame Renaissance

Vor etwa 200 Jahren brachte Ökonomierat Bronner Saint Laurent Reben aus dem Elsass nach Deutschland, genauer: nach Baden - Württemberg. Dessen Sohn, der Rebveredler Carl Bronner, sorgte für eine gewisse Verbreitung der Sorte. Ob in Frankreich die Heimat des Saint Laurent festzumachen ist, ist nach neuesten Erkenntnissen eher unwahrscheinlich. Ihren Namen erhielt sie möglicherweise durch den Kalenderheiligen St. Laurentius.
Er gilt im Übrigen auch als Schutzpatron der Köche. Dessen Gedenktag fällt zumindest mit dem Beginn der Traubenreife des Saint Laurent (10. August) zusammen. Der Saint Laurent wurde lange Zeit als Spielart des Spätburgunders eingeordnet, doch neuerdings wird er nach verschiedenen „Gentests" eindeutig als eigenständige Rebsorte apostrophiert.

Heute liegt das Hauptverbreitungsgebiet des Saint Laurent in Österreich. Letzte Inseln in Deutschland gab es bis Mitte der neunziger Jahre noch in Nordbaden (Kraichgau) und dem Rheingau. Das war einer der guten Gründe, genau in der Mitte zwischen den beiden Regionen - an der Hessischen Bergstrasse - diese schöne Rebsorte wiederauferstehen zu lassen. Nach mehreren Jahren der Vorbereitung durfte der Saint Laurent unserer Winzergenossenschaft eine Renaissance erleben und schlug ein wie eine Bombe mit bundesweiten Schlagzeilen. Das rote Etikett der Serie „Wein und Stein", die mit unserem Saint-Laurent ins Leben gerufen wurde, hat Symbolcharakter erreicht. Bei uns hat Saint Laurent inzwischen 3,5 ha Mitgliedsfläche erreicht. Auch in anderen Anbaugebieten wurde er wiederentdeckt, und wir sind schon ein bisschen stolz darauf, bei der Wiederauferstehung der Rebsorte „Geburtshilfe“ geleistet zu haben.

Die Sorte treibt früh aus (Gefährdung durch Maifröste) und reift zeitig. Insofern werden nur mittlere Lagen beansprucht. Allerdings lassen kühle Lagen die Säurewerte auf zu hohem Niveau verharren. Tiefgründige Böden sind ebenso geeignet wie kalkhaltige. Eine weiträumige, luftige Erziehung verhindert eine zu frühe Traubenfäule. Letztere zu vermeiden ist eine der schwierigen Aufgaben für die Winzer, die den Saint Laurent pflegen, denn oft führt frühe Fäulnis zu Ertragsverlusten und Mehrarbeit. Meist werden daher die Trauben frühzeitig manuell halbiert, um ein späteres Abquetschen der Beeren zu verhindern. Der Ertrag fällt nach der Ertragsregulierung mit 70 bis 80 hl/ha nur noch mittelhoch aus.

Auch beim Saint Laurent pflegen unsere Kellermeister zwei Ausbaustile. Die Moste mit guten Extrakt- und Säurewerten lassen meist kräftige und gleichzeitig frisch - fruchtige Rotweine mit deutlichen Kirscharomen entstehen. Diese werden im zeitigen Frühjahr schon mit den ersten Rotweinfüllungen des neuen Jahrgangs vorgestellt. Die höheren Qualitäten der Serie „Wein und Stein" werden auch im Barrique ausgebaut. In der Farbe sind sie tiefrot. Meist lassen sich in diesen Weinen Aromen von Holunderbeeren und vor allem von Wildkirschen erkennen.

Allein schon wegen der geringen Anbaufläche handelt es sich bei unseren Saint Laurent Weinen meist um anspruchsvolle Tropfen, die sich gut zur Sonntagstafel eignen. Je nach Fruchtigkeit und Dichte passen sie eher zu leichteren oder kräftigeren Gerichten bis hin zu Wild und reifem Käse. Im Unterschied zum Spätburgunder erreicht der Saint Laurent seine optimale Trinkreife schon in den ersten beiden Jahren nach der Ernte.

Unsere Saint Laurent-Weine

Dakapo
Dakapo

Dakapo ist eine rote Rebsorte, die 1972 an der Forschungsanstalt Geisenheim von Helmut Becker gezüchtet wurde. Es handelt sich um eine Kreuzung aus Deckrot und blauem Portugieser.

Die Traube ähnelt dem Portugieser. Sie ist aber widerstandsfähiger gegen Frost und anspruchsloser in der Anbautechnik. In Deutschland beträgt die Rebfläche rund 70 ha.

Etwa 3000 qm davon stehen in den Weinbergen unserer Mitglieder.

Die Besonderheit der Dakapo-Traube ist das tiefrote Fruchtfleisch. Daher wird aus der Sorte vorrangig so genannter Deckwein (Teinturier) gewonnen, der dazu dient, bei den Rotweincuveés die Farbe perfekt abzurunden. In diesem geringen Umfang verändert dieser farblich aufwertende Cuveébestandteil nicht den Geschmack des Weines.

Als selbstständiger Weintyp wird die Dakapo seltener verwendet. Der Wein ist sehr kräftig, gehaltvoll und tanninhaltig.

Der Name dieser Neuzüchtung leitet sich ihrem Zweck entsprechend aus dem Italienischen ab: Dacapo = Zugabe.

Die Rebfläche nahe des Erlebnispfads Wein und Stein ist wegen der tiefroten Laubfärbung ein sehr beliebtes Fotomotiv der Wanderer.

Cabernet Mitos
Cabernet Mitos

Rot und dick wie Blut!

Dies ist die Rotweinsorte mit der dichtesten Farbe im deutschen Weinbau. Sie wird daher der Familie der Färbertrauben zugeordnet. Diese verfügen nicht nur über eine rote Haut, sondern auch über rotes Fruchtfleisch, so dass auch im Saft ein hoher Anteil roter Farbpigmente vorhanden ist, was den daraus gekelterten Wein extrem farbkräftig macht. Diese Pigmente sind im gesamten Pflanzengewebe vorhanden, so dass sich auch die Blätter relativ früh burgunderrot färben.

Cabernet Mitos wurde 1970 an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg gekreuzt.

Sie entstand aus der Kreuzung der Sorten Blaufränkisch (=Lemberger) und Teinturier du Cher. Synonym: Zuchtstammnummer We 70-77-4 F

Die ursprünglichen Angaben der Züchter Bernhard Schleip und Bernd H.E. Hill, es handele sich um eine Kreuzung von Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon, konnten inzwischen durch eine DNA-Analyse widerlegt werden!

Fläche
Die Rebfläche nahm im Zuge des Rotweinbooms in Deutschland ständig zu - auch an der Hessischen Bergstraße. Bei unseren Mitgliedern sind es ca. 3,2 ha.

Anbaueigenschaften und Böden
Die Rebe verfügt über eine gute Winterhärte und benötigt wegen der späteren Reife mindestens mittelere bis gute Standorte.

Ausbau im Keller – Geschmack und Aroma der Weine
Geschmacklich bestehen große Parallelen zum Cabernet Sauvignon. Cabernet Mitos ist zum Ausbau im Barrique geeignet. Der Wein ist extrem extraktreich und gerbstoffhaltig und verlangt somit eine längere Lagerung.

Wegen der großen Ähnlichkeit zum Cabernet Sauvignon ist Cabernet Mitos hierzu ein idealer Cuveépartner, wie mit unserem Spitzenprodukt „Cuveé Cabernet“ eindrucksvoll bewiesen wird.

Regent
Regent

Die vielversprechende Rebsorte, komplex und südländisch reizvoll

Die Sorte Regent gehört zu den wenigen erfolgreichen Züchtungen, denen eine rosige Zukunft vorhergesagt wird. Dem Institut für Rebenzüchtung auf dem Geilweilerhof bei Siebeldingen in der Südpfalz gelang im Jahr 1967 die Kreuzung aus (Silvaner x Müller-Thurgau) x Chambourcin. Letztere französische, etwa 100 Jahre alte Sorte bringt einen hohen Resistenzanteil gegen Pilzkrankheiten mit ein, was die Reduzierung der Pflanzenschutzmaßnahmen ermöglicht

Erste Pflanzungen in den Weinbauversuchsbetrieben erfolgten ab 1985. Im Jahr 1993 wurde der Sortenschutz erteilt, zwei Jahre später erfolgte die Eintragung in die Sortenliste, im Jahr darauf die Zulassung für die Qualitätsweinproduktion. Inzwischen zählt der Regent zu den meist gepflanzten Rebsorten Deutschlands.

Die Sorte Regent findet sich in allen deutschen Anbaugebieten. Dass bei der Winzerschaft großes Interesse an Anpflanzungen besteht, zeigt die Sortenstatistik. Allein von 1997 bis 2003 verdoppelte sich die Anbaufläche fast jedes Jahr. Mit über 1100 ha waren 2003 schon etwa 1,1 Prozent der deutschen Rebfläche mit Regent bestockt, eine Fläche die dreimal so groß ist, wie unser gesamtes Anbaugebiet Hessische Bergstraße. In der Bergsträßer Winzer eG fanden erste größere Pflanzungen im Jahr 2003 im badischen Lützelsachsen, in Auerbach und Heppenheim statt. Die Gesamtfläche beträgt zur Zeit fast 5 ha.

Eine frühe Reife und ein überdurchschnittliches Mostgewicht lassen den Anbau des Regent auch in Rotweinrandlagen zu. Die pilzresistente Sorte mag jedoch keine kalten, windigen Lagen - hier neigt sie zum Verrieseln (Ertragsverlust Abstoßen der Beerenansätze). Die Resistenz gegen falschen Mehltau, Oidium und Botrytis ist gut, viele chemische Pflanzenschutzmassnahmen können daher entfallen.

Der Regent erreicht Mostgewichte, die denen des Spätburgunders ähneln. Die Erträge halten sich wie beim Pinot Noir in Grenzen. Entsprechend gehaltvoll fallen die Weine aus. Die moderaten Säurewerte lassen den Ausbau milder und samtiger Rotweine zu. Bestechend fällt auch die gute Rotfärbung nach der Maischegärung aus.

Zwar sind Weine der Rebsorte Regent erst wenige Jahre auf dem Markt, doch schon lässt sich ein eigener Weinstil ausmachen. Meist sind es durchgegorene, stoffige, beinahe südländische Weine mit einem schmeckbaren Tanningerüst. Die Aromen von Kirschen oder Johannisbeeren erinnern an andere renommierte Rotweinsorten. Eine interessante Variante ist die liebliche Form des Regent, die mit dem Primasecco ®-rosé zahlreiche Liebhaber in kürzester Zeit gefunden hat.

Die Weine sind relativ früh trinkreif und begleiten je nach Qualität die herzhafte Vesperplatte, etwa mit Salamiwürsten und gut gereiftem Bergkäse, ebenso gut wie intensiv schmeckende Fleischgerichte mit konzentrierten Saucen, eine Lammkeule, ein Ochsenschwanzragout oder ein Odenwälder Wildgericht. Die Perlweinvariante ist beliebter Stimmungsmacher bei Partys.

Unsere Regent-Weine
Primasecco rot

Frühburgunder
Frühburgunder

Die unterschätzte Edelsorte

Der Frühburgunder (Pinot precoce) ist eine eigenständige Rebsorte, die durch natürliche Mutation aus dem Spätburgunder (Pinot Noir) entstand. Diese Spielart stammt aus Frankreich und ist 2 Wochen früher als ihr Stammvater reif - daher der Name. An der Bergstraße beginnt die jährliche Weinlese meist mit dem Frühburgunder. Aufgrund seiner frühen Reife wurde der Frühburgunder häufig als Kreuzungspartner von Neuzüchtungen verwendet.

Der Frühburgunder stand lange Zeit im Schatten des Spätburgunders und wurde in Deutschland nur noch auf wenigen Hektar angebaut (1960 15 ha), denn er galt wegen seines geringen Ertrages als unwirtschaftlich bei Betrieben, die in erster Linie auf Quantität setzten. So wurde er als Stiefkind behandelt und seine Bestände waren gar so bedroht, dass die Rebsorte in die „Arche des Geschmacks“ von SlowFood aufgenommen wurde.

1970 begann man in der Forschungsanstalt Geisenheim mit systematischer Klonenselektion und –aufbau und die Erträge der Sorte wurden stabiler.

In den letzten Jahren entdeckten wieder mehr Erzeuger - darunter die Bergsträßer Winzer eG mit 1,5 ha Mitgliedsfläche in der Gemarkung Heppenheim - seine exzellenten Qualitäten und ergänzten ihr Rotweinsortiment.

Die Beeren des Frühburgunders sind kleiner als die des Spätburgunders. Viele Geschmacksstoffe sitzen in der Schale der Weinbeeren. Da bei kleineren Beeren das Verhältnis von Schale zum Rest der Beere größer und der Ertrag außerdem dadurch niedriger ist, bringt der Frühburgunder nicht selten dichtere, samtigere und gehaltvollere Weine als sein Bruder hervor. Da der Schalenanteil größer ist, in der zudem die roten Farbstoffe eingelagert sind, werden die Weine meist noch farbintensiver wie beim Spätburgunder. Der Wein hat somit einen eigenen hochklassischen Charakter, ist extrakt- und körperreicher wie jener des Spätburgunders. Besonders in kühleren, "schlechteren" Jahren liefert der Frühburgunder dank der früheren Reife seiner Trauben meist bessere Ergebnisse als jener.

Unsere Frühburgunder-Weine

Merlot
Merlot

Gewinner des Klimawandels

Merlot wurde erstmals im 14. Jahrhundert in Bordeaux schriftlich erwähnt. Zu jener Zeit wurde er noch Crabatut noir genannt, und galt eher als Sekundärsorte. Im Jahr 1784 wurde die Rebsorte bereits Merlot genannt und galt schon als eine der wichtigsten Sorten des Bordelais. Eine erste komplette Beschreibung der Sorte wurde von Victor Rendu im Jahr 1857 in seinem Werk „Ampélographie française“ gegeben.

Lange Zeit vermutete man, dass der Merlot in enger Verwandtschaft zum Cabernet Franc steht, was schließlich 2009 durch eine DNA- Analyse bestätigt wurde: Die Eltern des Merlot sind die fast ausgestorbene Rebsorte Magdeleine Noire des Charentes und Cabernet Franc. Der Name des Merlot leitet sich wahrscheinlich aus dem französischen Wort Merle (deutsch: Amsel) ab, denn die früh reifenden Trauben werden sehr gerne von Amseln gefressen. Der Name kann aber auch eine Anspielung auf die schöne schwarzblaue Färbung der Beeren sein

Merlot ist mit rund 160.000 Hektar Anbaufläche die dritthäufigste Rotweinrebe weltweit.

In Deutschland hat seine Anbaufläche auf Grund des Klimawandels deutlich zugenommen und auf dem Heppenheimer Steinkopf am Erlebnispfad Wein und Stein hat er ebenfalls eine weitere Heimat gefunden.

Aufgrund des frühen Austriebs ist die Sorte durch Spätfröste gefährdet und darf daher nicht in riskante Standorte gepflanzt werden. Dennoch erbringt sie einen gleichmäßig hohen Ertrag. Eine strenge Mengenregulierung ist zur Erzielung hoher Qualität unerlässlich. Meist geschieht das bei uns durch eine manuelle Halbierung der Trauben schon bald nach der Blüte.

Die Weine des Merlot sind dunkelrot, körperreich, fruchtig und vollmundig. Sie weisen typische Aromen von Pflaume, Kirsche und schwarzer Johannisbeere auf. Durch längere Lagerung werden sie noch weicher. Jedoch verlieren sich dann die fruchtigen Aromen und Kräuteraromen treten in den Vordergrund. Im Barrique ausgebaut eignet der Merlot sich als toller Begleiter zu kräftigen Speisen.

Merlot wird jedoch eher selten sortenrein ausgebaut. Dies ist nur bei den höchstklassigen Weinen aus Bordeaux der Fall. Auch bei uns haben sich die Kellermeister ein ganz besonderes Cuveé einfallen lassen: Im Centurio® werden die Stars von Bordeaux und Burgund - Merlot und Pinot noir - nach langer Barriquelagerung vereint. Dieser Wein – erstmals zum hundertjährigen Jubiläum der Bergsträßer Winzer eG im Jahr 2004 gefüllt soll an den römischen Ursprung auch unserer Weinregion erinnern. Das Rangabzeichen des Führers einer römischen Hundertschaft, des Centurio, war die vitis – der Rebstock…

Zum Centurio ®

Cabernet Carbon
Cabernet Carbon

Diese pilztolerante Neuzüchtung befindet sich derzeit nur ein einem Testversuch mit wenigen Quadratmetern im Anbau.

Cabernet Carol
Cabernet Carol

Die pilztolerante rote Neuzüchtung  befindet sich derzeit nur in einem wenige Quadratmeter großen Testanbau. 

Cabernet Cortis
Cabernet Cortis

Diese pilztolerante rote Neuzüchtung befindet sich derzeit nur in einem wenige Quadratmeter großen Testanbau.

Monarch
Monarch

Die pilztolerante rote Rebsorte wird bei uns nur auf wenigen Quadratmetern im Anbauversuch getestet.

Prior
Prior

Die pilztolerante rote Sorte steht bei uns nur auf kleiner Fläche im Anbauversuch.

Bolero
Bolero

Die pilztolerante rote Neuzüchtung befindet sich derzeit nur auf wenigen Quadratmetern im Testanbau.

Lemberger
Lemberger

Die Rote Traditionssorte mit den mitteleuropäischen Wurzeln

Blaufränkisch oder Lemberger ist eine ursprünglich österreichische Rotweinsorte. Dort ist sie erstmals im 18. Jahrhundert nachweisbar, erst danach tauchte sie in Deutschland (Württemberg) unter der Bezeichnung Lemberger oder Limberger (abgeleitet vom Ort Limberg in Niederösterreich auf.

Ein Elternteil ist Heunisch. Beim anderen Elternteil wird eine fränkische Rebsorte angenommen. Derzeit hält man eine Abstammung von einem „Blauen Groben oder Grobschwarzen“ für am wahrscheinlichsten. Andere Quellen nennen auch noch einen Blauen Zierfandler. Nach dem momentanen Stand der Technik kann dies mit DNA-Analysen noch nicht eindeutig geklärt werden.

Mit dem Klimawandel begann auch an der Bergstraße die Suche nach später reifenden Rebsorten und so wurde der Lemberger bislang auf etwa 1,5 ha bei unseren Mitgliedern heimisch.

Die Standortansprüche des Lemberger sind recht hoch. Er bevorzugt mildes Klima, windgeschützte Standorte und tiefgründige Böden. Als früh austreibende Rebsorte ist sie immer vom Spätfrost gefährdet. Die Erträge sind mittel bis hoch. Für eine gute Weinqualität muss eine gezielte Ertragsregulierung durchgeführt werden. Vorteilhaft ist die gute Kalkverträglichkeit und gute Winterfrostfestigkeit.

Je nach Erntezeitpunkt lassen sich aus den Trauben leichte und fruchtige, aber auch tanninreiche Weine mit einer intensiv roten Farbe ausbauen, die einen kräftigen, fruchtigen, charaktervollen Rotwein mit Aromen von Kirschen und Waldbeeren hervorbringen. Seine Lagerfähigkeit ist auch wegen seiner charakteristischen Säure erheblich. Die vielen Vorzüge dieser Traube zeigen sich auch in Verschnitten mit anderen Sorten, denen sie mit ihrer Fruchtigkeit zu mehr Komplexität verhilft.

Ein Lemberger ist ein hervorragender Begleiter zu Wildgerichten, stark mit Kräutern gewürzten Gemüsegerichten und Teigwaren sowie zu pikanten Käsesorten.

Unser Lemberger Wein

Cabernet Sauvignon
Cabernet Sauvignon

Der Star mit den großen Ansprüchen und großer Tradition!

Der internationale Star hat seinen Siegeszug in die ganze Weinbau-Welt angetreten, in jüngerer Vergangenheit verstärkt auch nach Übersee. Mit rund 200.000 ha weltweit liegt er mit Merlot unter den Top-Rebsorten.

Auch außerhalb ihrer Heimat behält die Sorte ihre Eigenart und ihren Charakter, wobei natürlich die Intensität der Charakteristika durch den Einfluss der Böden oder des Klimas variieren können. Es wird häufig fälschlicherweise behauptet, der Cabernet Sauvignon sei in Frankreich bereits im Jahre 1635 urkundlich erwähnt. Tatsächlich handelte es sich damals aber um Cabernet Franc.

Erst ab Ende des 18. Jahrhunderts trat die Sorte im Bordeaux verstärkt in Erscheinung. Heute dominiert sie vor allem in den großen Weinen des Médoc.

1997 veröffentlichten John E. Bowers und Carole P. Meredith von der University of California, Davis eine Studie, in der durch DNA-Analyse die Verwandtschaft zwischen dem Cabernet Sauvignon und den Sorten Cabernet Franc und Sauvignon Blanc aufgezeigt wird. Auf eine engere Beziehung zum Cabernet Franc wurde in der Literatur schon lange hingewiesen. Die Beziehung zum Sauvignon Blanc überraschte jedoch, denn der Namensteil Sauvignon deutet eigentlich darauf hin, dass man davon ausging, die entsprechende Rebsorte sei eine direkte Selektion von Wildreben (sauvage bedeutet auf französich wild), eine Eigenschaft die man sowohl dem Sauvignon Blanc als auch dem Cabernet Sauvignon zuschreibt.

Die Rebfläche nahm im Zuge des Klimawandels in Deutschland ständig zu - auch ab der Jahrtausendwende an der Hessischen Bergstraße.

Die Rebe ist sehr anspruchsvoll und verlangt ausdrücklich Toplagen. So fand sie am Erlebnispfad Wein und Stein am Heppenheimer Steinkopf einen idealen Standort auf heißem Lößboden.

Die Wiedererkennungsmerkmale des Cabernet Sauvignons sind der charakteristische Traubengeruch von schwarzen Johannisbeeren (Cassis), der zum Teil durch einen Geruch von Zedernholz begleitet wird und die tiefdunkle Farbe der Weine. Darüber hinaus weisen die Weine immer einen konzentrierten Fruchtgeschmack mit einem tragenden Gerüst von Tanninen und Säuren auf. Beliebt sind die Cuveés mit der Sorte. So auch unser „Cuveé Cabernet“.

Rondo
Rondo

Die frühreife pilztolerante Neuzüchtung befindet sich bei uns nur auf wenigen Quadratmetern Testanbau.

Cabernet Franc
Cabernet Franc

Der genügsame und ideale Verschnittpartner

Cabernet Franc ist nicht so verbreitet wie der bekanntere Cabernet Sauvignon, allerdings genügsamer hinsichtlich der klimatischen Anforderungen. Er ist eine der sechs Rebsorten, die für Rotweine im Bordeaux verwendet werden dürfen. Üblicherweise ist Cabernet Franc ein Verschnittwein.

Cabernet franc wurde vermutlich aus Wildreben selektioniert. Im Bordelais ist er nachweisbar seit Jahrhunderten heimisch.

Im Jahr 1997 zeigte eine DNA-Sudie der University of California in Davis eine hohe Wahrscheinlichkeit der Verwandtschaft zwischen dem Cabernet Sauvignon und den Sorten Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. Auf eine engere Beziehung zum Cabernet Sauvignon wurde in der Literatur zuvor schon lange hingewiesen, jedoch nie in Verbindung mit der weißen Sorte Sauvignon Blanc.

Im Jahr 2009 wurde zudem die direkte Verwandtschaft zum Merlot bestätigt. Die nahezu ausgestorbene Rebsorte Magdeleine Noire des Charentes sowie die Sorte Cabernet Franc sind die Eltern des Merlot!

Die Sorte ist bei uns lediglich im Testanbau auf einer kleinen Fläche am Erlebnispfad Wein & Stein auf dem Heppenheimer Steinkopf und dient lediglich als Cuveépartner.

Der Cabernet Franc verfügt über einen aufrechten und sehr kräftigen Wuchs. Die Rebsorte treibt mittel spät aus und entgeht daher meist den Frühjahrsfrösten. Sie ist sehr anfällig gegen die Rebkrankheiten Echter Mehltau (auch Oidium genannt), Falscher Mehltau und den Grauschimmel. Obwohl die Reife recht spät etwa Ende Oktober ist, sind die Ansprüche an Klima und Boden geringer wie beim Cabernet Sauvignon.

Im Vergleich zum Cabernet Sauvignon ist der Tanningehalt geringer, die Weine weisen deutlich geringere Gerbstoffgehalt wie Cabernet Sauvignon auf und sind daher jünger trinkbar.

Zinfandel
Zinfandel

Die Rebengenetische Sensation von der Bergstraße!

Für viele Weinfreunde wahrscheinlich eine überraschende Erkenntnis: Die Kultsorte Zinfandel (Kalifornien) alias Primitivo (Italien) alias Crljenak (Kroatien) ist auch in Deutschland unbekannterweise angebaut worden. Bei Untersuchungen ab dem Jahr 2002 wurde sie an über 100 Stellen in historischen – teilweise aufgegebenen Weinbergen an der Bergstraße gefunden! Zwei Forschern des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof - Erika Maul und Andreas Jung - gelang dieser in der Weinwelt vielbeachtete Fund. An der Bergstraße und südlich von Heidelberg entdeckten sie vier Weinberge mit Reben, die ein Alter bis zu 200 Jahre erreichen. Darin befindet sich Rebsorten, die in Deutschland als so gut wie ausgestorben galten oder von deren Existenz man bislang nichts wusste.

Diese kulturhistorisch sensationellen Funde der international renommierten Rotweinsorte Primitivo = Zinfandel haben zu Tage befördert, dass diese ursprünglich ungarische Sorte unerkannt seit über 400 Jahren an der Bergstrasse angebaut wurde! Erst in den letzten Jahrzehnten hatte sie eine Weltkarriere in Italien und Kalifornien gemacht. Der Fund bestätigte, dass die Sorte auch am Oberrhein schon viele Jahrzehnte heimisch war, bevor sie überhaupt über verschlungene Umwege nach Kalifornien gelangte. Die Aufklärung dieser Sortengeschichte mittels DNA-Analyse liest sich wie ein Krimi. Unter zahlreichen „Tarnnamen“ hatte sich der Zinfandel nämlich über die ganze Welt verbreitet.

Der Züchter Andreas Jung hat die alten, gesunden und überraschend vitalen Pflanzen an der Bergstraße selektioniert, die Rebveredlung Antes hat sie vermehrt und in der Bergsträßer Winzer eG wurde der erste sortenreine Bergsträßer Zinfandel im Jahr 2012 geerntet und nach entsprechendem Ausbau im Holzfaß im Jahr 2013 gefüllt! Die Erstfüllung ist ein einzigartiges Unikat und Zeugnis der Wiederauferstehung einer Rebsorte an historischer Stätte!

Der Anbauversuch wurde bewusst am „Erlebnispfad Wein und Stein“ platziert. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen Infotafeln zum Klimawandel und ein Schau-Weinberg mit zahlreichen anderen alten Rebsorten. Es geht darum, neben den südländischen Rebsorten auch die historischen und klimawandelresistenten Sorten an der Bergstraße wieder zu etablieren, die in der mittelalterlichen Warmzeit schon mal eine Heimat hier hatten. Vielleicht liegt die Antwort auf den Klimawandel der Zukunft ja in der Vergangenheit..

Denn die Besonderheit des spät reifenden Zinfandel ist Ertragsstabilität bei allerdings ungleichmäßig abreifenden Beeren sowie eine hervorragende Trockenresistenz, was sie für die Lage Steinkopf besonders geeignet macht. Die ungleichmäßige Reife macht die Sorte zur Herausforderung für den Winzer. Allein schon aus rebhistorischen Gründen ist ihre Erhaltung Sorte hier an der Bergstraße eine ideelle Aufgabe für die sich jeder Aufwand lohnt.

Charakteristisch für Duft und Geschmack guter Zinfandel-Weine sind vor allem Gewürznoten (Nelken, Zimt, schwarzer Pfeffer, Minze) und beerig-süße Frucht-Aromen von Himbeeren, Brombeeren und wilden Kirschen.

Unser Zinfandel-Wein

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