Die Eiche und der Wein

Station 37
Holzfasskeller in blauem Licht

Seit vielen Jahrhunderten wird Wein in Eichenfässern vergoren und gelagert.

Der spezielle Barriquewein-Ausbau hat sich aus der traditionellen Holzfass-Lagerung entwickelt. Barrique ist eine spezielle Fassgröße von 225 Ltr. Diese Methode führt zu einer natürlichen Stabilisierung und Aromatisierung durch den Lufteinfluss im „atmenden“ Holzfass. Inhaltsstoffe wie Gerbstoffe, Phenole oder Eiweißstoffe reagieren. Gleichzeitig nimmt er aromatische, an Vanille erinnernde Substanzen aus dem Holz auf und wird dabei dichter, komplexer und haltbarer. Die Kunst des Kellermeisters liegt in der Abstimmung der Intensität des Eichenholzeinflusses auf den Grundwein, welcher schon eine hochwertige und kräftige Struktur mitbringen sollte. Insbesondere Rotweine dürfen kräftige „Eichenholztöne“ aufweisen. Barrique-Fässer werden bei der Herstellung im Innern über offenem Feuer geröstet und angebrannt („getoastet“). Unterschiedlicher Toastungsgrad lässt den Weingeschmack variieren. Eichenholz für Fässer stammt übrigens nicht nur aus Frankreich (Allier, Limousin) sondern ist ein Exportschlager hessischer Wälder, der dann mit Vorliebe in unserem Nachbarland verarbeitet wird.
Weißweine sollten nur dezent mit Holznoten unterlegt werden und werden daher meist in „normalen“ Holzfässern oder neutralen Edelstahltanks ausgebaut.