Die Korkeiche und der Wein

Station 46

Naturkork und seine Produktion
Kork ist eine Anpassung der Korkeiche an häufige Waldbrände und macht diese Baum feuerfest. Der „männliche“ Kork in ersten Jahren ist ohne Nutzen. Er ist rauh und hat mindere Qualität. Er wird vorsichtig abgeschält, um die darunter liegende Rinde nicht zu beschädigen. Ab dem 20. bis zum 150. Lebensjahr wird der „weibliche“ Kork alle 9 - 12 Jahre geschält. Dieser ist dick genug, um daraus Flaschenkork herzustellen. Aber erst ab einem Alter von 40 Jahren besitzt er eine glatte Struktur und bessere Qualitätseigenschaften.
Kork-Eichen werden in Algerien, Frankreich, Italien, Marokko, Portugal (55 % der Weltproduktion), Spanien und Tunesien angebaut. Die Korkindustrie produziert jährlich 340.000 Tonnen Kork und beschäftigt 30.000 Menschen.
Nur beste Platten werden für Flaschenkorken verwendet (10% der Rinde), dennoch gibt es oft Probleme mit Korkgeschmack im Wein. Zweite Wahl wird zu Fußböden oder Tapeten verarbeitet. Schlechter Kork wird als Dämmmaterial oder Granulat verwendet (z.B. als Fußbett für Sandalen).

Schritte der Korkproduktion: Entrinden > Kochen > Lagerung und Lüften > Schneiden in Streifen > Stanzen der Rohlinge > Trocknen der Rohlinge > Schleifen > Waschen > Desinfizieren > Trocknen > optisch und elektronisch Sortieren > Beschichtung > Verpacken

TCA - der Stoff, aus dem Alpträume von Weinfreunden und Winzern sind!
TCA verursacht einen muffigen, an nasse Kartons erinnernden Fehlton und löst endlose Diskussionen bei Verkostungen aus. Je nach persönlicher Veranlagung liegt die Wahrnehmungsschwelle von TCA bei nur 2 bis 100 ppm !
Es entsteht durch mikrobielle Methylierung von Trichlorphenol - welches als natürliches Produkt in der Korkeichenrinde vorkommt. Während der Wachstumsphase ist diese Witterungseinflüssen ausgesetzt. Mikroorganismen können eindringen, Flechten und Pilze besiedeln sie. Dadurch kann die Vorgängersubstanz entstehen. Überdüngung der Korkeichenbestände zur Wuchsbeschleunigung hat ebenso negative Folgen wie falsche Lagerung oder Transport.
Die Bergsträsser Winzer setzen daher heute auf den hygienischen und sicheren Drehverschluss, um das hohe Risiko des Korkgeschmacks auszuschließen und die Haltbarkeit und Lagerungsfähigkeit wesentlich zu erhöhen.