Geopark-Aussichtspunkt: WEIN-KULTUR-LANDSCHAFT

Station 47

Beste Aussichten entlang des Erlebnispfads Wein & Stein

Neues Fernrohr auf dem Geopark-Aussichtspunkt WEIN - KULTUR - LANDSCHAFT in Heppenheim

Passend zum Frühling (2025) erwartet Sie auf der Aussichtsplattform im Steinkopf ein neues Highlight. Durch ein Fernrohr haben Sie ab sofort beste Aussichten auf die Bergstraße und darüber hinaus. Die Aussichtsplattform ist Station Nr. 47 auf dem Erlebnispfad und bietet Ihnen viele Informationen zum Weinbau in der Region.

Verbinden Sie Ihre Wanderung mit einem Besuch in der Vinothek und decken Sie sich mit gekühlten Weinen ein.


Öffnungszeiten der Vinothek: Mo - Sa 9:00 bis 18:00 Uhr | So 10:00 bis 16:00 Uhr
Der Vinimat vor unserem Gebäude (B3) steht Ihnen rund um die Uhr zur Verfügung.

 

 

Verschiedene Bilder von der Eröffnung von dem Geopark-Aussichtspunkt WEIN - KULTUR - LANDSCHAFT in Heppenheim

Eröffnung der neuen Aussichtsplattform

Bild von der Tafel mit allen Sponsoren von dem Geopark-aussichtspunkt Wein-Kultur-Landschaft

Am 14. Oktober 2023 wurde die neue Geopark-Aussichtspunkt WEIN - KULTUR - LANDSCHAFT im Steinkopf feierlich eröffnet.

Das Gemeinschaftsprojekt des Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald und der Bergsträsser Winzer eG, sowie einigen wichtigen Sponsoren ist nun nach drei Jahren Bauzeit fertig geworden und bieten einen wundervollen Ausblick weit über die Bergstraße hinaus. Ein weiteres Highlight entlang des Erlebnispfads Wein & Stein.

Unser langjähriges Vorstandsmitglied Reinhard Antes bekam in diesem Rahmen die goldene Ehrennadel des Kreises Bergstraße von Landrat Christian Engelhardt für seine Verdienste für den Weinbau an der Bergstraße.

Außerdem bekamen Steffen Gugenberger und Marco und Gerhard Röhrig für Ihre Unterstützung des Projekts die Ehrenmitgliedschaft der Bergsträsser Winzer verliehen.  

Die Bergsträsser Winzer eG dankt allen Partnern und Unterstützern des Projektes.

Eine Wanderung zur neuen Aussichtsplattform ist sehr empfehlenswert, denn die Plattform bietet nicht nur einen tollen Ausblick, sondern auch viele Informationen über Pflanzen, die Bergstraße und den Weinbau. Also Wanderschuhe an und auf zur neuen Station des Erlebnispfads Wein & Stein.

 

Die Bergsträsser Winzer eG dankt allen Partnern und Unterstützern des Projektes

Geopark-Aussichtspunkt WEIN - KULTUR - LANDSCHAFT auf dem Erlebnispfad Wein und Stein in Heppenheim

Gugenberger GmbH · RÖHRIGgranit® GmbH · UNESCO Geopark-Team unter der Leitung von Frau Dr. Weber · Baldur Garten GmbH · Bernd Koch · Rothfuss Best Gabion GmbH & Co. KG · g & k Architekten · Zillig Baustoffe · Gerhard Wolf GmbH · Mörlenbacher Betonwerk Richard Wagner GmbH · Claus Schaab GmbH · Amt für Bodenmanagement · Dieter Bartzok · Antes Weinbau und Rebenveredelung · Greif Gartenbau + Natursteinhandel · Firma Berg · Thomas Rech · Familie Kutzmann · Bernhard Boppel · Land Hessen (Regierungspräsidium Darmstadt)

Wissenswertes

Zeichnung Aussichtsplattform

Kurzbeschreibung des Projekts
In der bekannten Weinbergslage „Steinkopf“ bei Heppenheim, durch die auch der Geopark-Erlebnispfad „Stein und Wein“ führt, entsteht eine multifunktionale Aussichtsplattform. Der Standort befindet sich in einer Weinbergsfläche am Rande des „Weges auf der Krück“ kurz unterhalb des Steinkopfscheitels in Flur 7, Flurstück 150/151. Die Aussichtsplattform soll einen 360° Panorama-Ausblick in die Landschaft, mit ihrer Informations-Infrastruktur aber gleichzeitig auch tiefe Einblicke in die erdgeschichtliche Vergangenheit und Zukunft der Landschaft und deren Nutzung durch den Menschen am lokalen Beispiel des Weinbaus ermöglichen. In zwei unterschiedlichen Perspektiven stehen sich der erdgeschichtliche und der historische Zeitbegriff gegenüber, denn neben der Entstehung und der geologischen Zukunft des Oberrheingrabens und der Bergstraße wird auch die Entwicklung und Anpassung des Weinbaus seit der Antike bis in die Zeiten des heutigen Klimawandels thematisiert. Das Panorama der Plattform Blickpunkt:Wein.Kultur.Landschaft streift sieben der wesentlichen Landschaftselemente der „prächtigen Zehn“ in der Metropolregion Rhein-Neckar und gibt eindrückliche Blickachsen auf deren Vielfalt, aber auch Verletzlichkeit frei. Der Aufenthalt auf der Plattform lädt so zu einem Perspektivwechsel und zum Nachdenken über einen nachhaltigen Umgang mit der Kulturlandschaft der Metropolregion ein.

Die Bauweise der Plattform integriert sich gut in das Landschaftsbild und verbindet symbolisch die beiden Aspekte der Landschaftsbetrachtung: Während die Anordnung der gebrochenen Wandsegmente aus Gabionen Bezug nimmt auf die Struktur der Rebzeilen der anliegenden Weinberge (Nutzung der Landschaft), verweist die Füllung der Wände selbst, die aus Gesteinen der Region besteht, auf die erdgeschichtliche Entstehung der Landschaft, die Grundlage aller menschlichen Nutzungsformen ist. Die stückige Steinfüllung bietet Eidechsen einen Unterschlupf; an den Gabionenwänden sollen Tafeltrauben-Rebstöcke gepflanzt werden, die eventuell die spätere Anbringung einer schattenspendenden Weinlaube auf der Plattform selbst ermöglichen. Der offene Unterbau der Plattform bietet Wanderern eine Unterstellmöglichkeit bei schlechtem Wetter und kann zudem für Weinproben in der Landschaft genutzt werden. Die Aussichtsplattform in einer Höhe von drei Metern wird durch eine Stahltreppe in offener Bauweise erschlossen. Auf der Plattform werden Sitzmöglichkeiten und Sonnenbänke zum längeren Verweilen einladen.

Das Projekt umfasst den Bau des Plattformgerüstes aus fundamentierten Betonsäulen und einer tragenden Decke, die Ausgestaltung der Wandsegmente mit Gabionen, sowie die Ausstattung des Blickpunktes:Wein.Kultur.Landschaft mit den beschriebenen Informationselementen.


Zielsetzung und Erläuterung des Projektes im Kontext der Kulturlandschaftsentwicklung in der Region:
Der Standort der Aussichtsplattform entspricht der Grenze zwischen zwei komplett unterschiedlichen Landschaftsräumen, dem Odenwald und dem schmalen Streifen der Bergstraße, die selbst in die rechtsrheinische Rheinebene überleitet. Der Blick von der Plattform nach Osten gegen das Hambacher Tal offenbart den ökologischen Wert, aber auch die Bedrohung Jahrhunderte alter Kulturlandschaftselemente durch Nutzungswandel und -Aufgabe – in diesem Fall inzwischen teils überwachsenen ehemaligen Weinberg-Steillagen. Nach Norden und Süden wird die Bedeutung der Bergstraße als bevorzugter Siedlungsraum evident, der auch in den für den Weinbau günstigen Raum eingreift. In starkem Kontrast zum bewaldeten Odenwald wachsen die Wohn- und Industriegebiete der Kommunen an der Bergstraße immer mehr zu einem geschlossenen Siedlungsband am Hangfuß des Mittelgebirges zusammen. Bei guter Sicht reicht der Blick über den Rhein bis zur Weinstraße und Haardt, deren fast spiegelbildlich zur Bergstraße aufgebauter Kulturraum mit der dazwischen liegenden Oberrheinebene kontrastiert. Die Diversität dieser Landschaftsräume beeindruckt; dennoch werden die Elemente im Panorama trotz ihrer Variabilität als Einheit ohne scharfe Grenzen wahrgenommen. Gleichzeitig wird der Betrachterin und dem Betrachter offenbar, dass Kulturlandschaft niemals statisch begriffen werden kann, da sie sich in Jahrtausenden entwickelt hat und sich auch durch den menschlichen Eingriff auch weiterhin entwickeln wird.

Die Visualisierung dieser Erkenntnis auf der Plattform Blickpunkt:Wein.Kultur.Landschaft soll den Dialog über eine nachhaltige Landschafts- und Regionalentwicklung anregen, in der die Qualität der Landschaftselemente in den Teilregionen berücksichtigt wird. Ausgehend vom Weinbau, über den auch der am Standort vorüberführende Geopark-Erlebnispfad „Stein und Wein“ informiert, wird der untrennbare Bezug einzelner (auch geologisch bestimmter) Landschaftselemente zu ihrer Nutzung deutlich. Dieser Bezug bestimmt letztlich die natürlichen Grenzen der Nutzungsentwicklung in den Teilräumen und muss bei der Weiterentwicklung der Ressource Kulturlandschaft - gerade in Zeiten des Klimawandels - berücksichtigt werden, sollen Naturräume, Qualität und Diversität der Region erhalten bleiben.
Die Entwicklung der Landnutzung und Kulturlandschaftsentwicklung stellen wichtige Aspekte in der Globalen Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) dar. Die nachhaltige Bewirtschaftung und der Schutz der Landökosysteme und Biodiversität (SDG 15), der Klimaschutz und die Anpassung and den Klimawandel (SDG 13), die hier am Thema Weinbau erläutert werden, aber auch die Wertschätzung der Landschaft für Erholung und allgemeine Gesundheit (SDG 3) sind direkte Ziele, die mit der Umsetzung des Projektes adressiert werden. Die Bergsträßer Winzer eG und der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald (UNESCO Global Geopark) sowie der Kreis Bergstraße als Kooperationspartner verwirklichen mit ihm einen kleinen Baustein im öffentlichen Auftrag der Bildung für nachhaltige Entwicklung, die wiederum Teil des Nachhaltigkeitsziels 4 (chancengerechte und hochwertige Bildung für alle) ist. Überdies unterstützt das Projekt den nachhaltigen Tourismus und fördert die Vermarktung regionaler Produkte (SDG 12).

Regionaler Mehrwert des Projektes (Stellungnahme des Landrates)
Die Kulturlandschaft Bergstraße erstreckt sich von Wiesloch im Süden bis nach Darmstadt im Norden. Die „Sonnenterasse“ markiert den Übergang des Oberrheingrabens zum Odenwald und bietet mit günstigen klimatischen Bedingungen eine gute Voraussetzung für den Anbau von Wein. Abgesehen davon ist die Bergstraße ein lebendiger Natur- und Kulturraum - ein Kleinod vielfältiger und kleinteiliger Räume, da im Übergang des Flachlands zu den Höhen des Odenwaldes zwei gegensätzliche Landschaftsräume aufeinanderprallen. Viele Gründe, die für die Bergstraße als einen von zehn prächtigen Landschaftsräumen sprechen.

Der Kreis Bergstraße unterstützt die Einreichung des Projekts „Bau einer Aussichtsplattform“ beim Erlebnispfad Wein und Stein im Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN). Der Wein und Stein Erlebnispfad ist ein Kooperationsprojekt der Bergsträßer Winzer eG und des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald und befindet sich vor den Toren Heppenheims. Der Erlebnispfad wurde 2007 offiziell eröffnet und erfreut sich seitdem bei Jung und Alt großer Beliebtheit. Er ist Teil des Landschaftraums Bergstraße und führt 6,9 km durch die Weinlagen „Stemmler“, „Steinkopf“ und „Centgericht“. Der Kreis möchte mit diesem Statement die Bedeutung des Erlebnispfads für die Landschaft unterstreichen und das Projekt so unterstützen.

Nicht zu Unrecht wurde einer der schönsten und interessantesten Weinlehrpfade vom deutschen Weininstitut (DWI) als Höhepunkt der Weinkultur ausgezeichnet: Der Erlebnispfad mit den aktuell 70 Stationen spiegelt alle Facetten des Themas Wein und Weinbau wider. Auch die Verbindung aus Wein und Kunst ist einzigartig – denn neben allem Wissenswerten zu Anbautechnik, Schädlingen, römischer Geschichte und sog. autochthonen Sorten, sind immer wieder Kunstwerke zu bestaunen, die die Weinbaugeschichte in künstlerischen Formen zum Ausdruck bringt. Die Kulturgeschichte des Weins wird in Kunstwerken erzählt. Auch dem Thema Geologie sowie der geologischen Vorgeschichte und deren Einfluss auf den Anbau von Weinreben werden eine große Bedeutung zuteil, das verrät bereits der Name des Wanderwegs. Gegenwärtig wird der Weg um eine weitere Attraktion reicher: Aktuell wird eine Aussichtsplattform geschaffen, die es ermöglicht, einen 360 Grad-Rundumblick über die einzigartige Kulturlandschaft der Bergstraße zu erhalten. Das Bergsträßer Alleinstellungsmerkmal – die Weinlagen entlang der „Strata Montana“ – können bald „von oben“ bestaunt werden und alle Begeisterten noch näher an die Landschaft heranführen.

Ein Identifikationspunkt mit der Landschaft ist hier entstanden, ein Standortfaktor, der Mehrwerte über den Weinbau hinaus generiert. Für den Tourismus an der Bergstraße, ist der Lehrpfad ein Magnet, der Leute miteinander vernetzt und ein Bewusstsein für die heimische Produktion hochwertiger Lebensmittel schafft. Der überregionale Mehrwert, den das Thema Wein von der Bergstraße besitzt, ist enorm und wird bislang noch unterschätzt. Durch den Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ kann Projekten dieser Art weitere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Unsere (Kultur-)Landschaft verbindet sich hier mit Tradition und zeigt, wie wichtig es ist, beides zu erhalten und weiterzuentwickeln. Der Wein prägt unsere Region, ist Teil unserer Identität und repräsentiert unsere Landschaft, unsere Traditionen und unsere Feste. Der Erlebnispfad durch die Kulturlandschaft verbindet Menschen mit Natur, ein wahres Natur- und Kulturerlebnis ist hier möglich und repräsentiert unsere Region in Ihrer Gesamtheit als einzigartigen und vielfältigen Ort. Der Bau der Aussichtsplattform setzt genau dafür Impulse: Eine nachhaltige Weiterentwicklung der Kulturlandschaft, ein Attraktivitätsgewinn zu Gunsten der Landschaft und der Wirtschaft, insbesondere des Wirtschaftsfaktors Tourismus. Die Aussichtsplattform wird der Anziehungspunkt der zentralen Bergstraße, ein Ort zum Treffen, Austauschen, (kontrovers) Diskutieren und Verweilen.

Alle Facetten der Nachhaltigkeit repräsentiert der Bau der Besucherplattform: Durch mehr als 100 Sponsoren konnte das ehrgeizige Projekt verwirklicht werden, da sich sehr viele Handwerker bereit erklärten, mit anzupacken. Auch ausgebaggerte Steine sollen wieder Verwendung finden. Eine große Gemeinschaft ist entstanden, die mit Engagement ein gemeinsames Ziel verfolgt. Man kann mit Stolz behaupten, dass es ein großes Gemeinschaftsgefühl im Landkreis gibt, Traditionen zu leben, am Leben zu erhalten und mit pfiffigen Ideen weiterzuentwickeln. Darüber hinaus ist die Aussichtsplattform ein Bekenntnis zur Landschaft und zu der Kultur des Weinanbaus im Landkreis, welche auch Besucher von außerhalb anlocken soll. Ganz klar kann gesagt werden, dass die Initiatoren wirklich Mut bewiesen haben, dieses Projekt durchzuziehen und immer weiter auszugestalten: Zeichen der Zeit erkennen, reagieren und handeln, auch ein Stück weit Experimentierfreude haben. Aktuell pausiert das Projekt aufgrund der Witterung, aber bereits im Frühling soll es mit der Fertigstellung weitergehen.
Die Aussichtsplattform soll angelehnt an den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald mit Gestein aus der Region (Sandstein und Granit) gebaut werden. Gabionen gefüllt mit diesen Steinen bilden hierbei die wesentlichen Elemente. Eine Steintreppe führt zur oberen der beiden Plattformen – ausgestattet mit allerlei Infos und Sitzmöglichkeiten. Die untere Ebene ist Unterstellmöglichkeit bei Regenschauern und Ort für Stehweinproben. Die Gesamtkonstruktion ist sehr naturnah und nachhaltig – durch die (Wieder-)Verwendung von Gestein im Untergrund sowie aus der Region, fügt sich die Plattform in die Landschaft ein. Naturnah in der Konstruktion, unauffällig und ruhig in der Bauweise, gibt die Besucherplattform auch Eidechsen ein Habitat. Diese können auf der warmen Südseite einen Unterschlupf finden. Informationstafeln des Geo-Naturparks und eine Bepflanzung mit Tafeltrauben zur Begrünung der Gabionenwände sind auch vorgesehen.

Alles in allem kann man zusammenfassen, dass das Projekt den Weinbau an der Bergstraße stärkt und für den Wettbewerb „Landschaft in Bewegung“ entscheidende Impulse für die Zukunft setzt: Eine aktive Inwertsetzung der Landschaft wird mit dem Erlebnispfad seit der Eröffnung im Jahr 2007 umgesetzt und laufend gibt es neue Ideen und Ansätze, den Pfad zu erweitern. Kulturlandschaft und Öffentlichkeitsarbeit kann mit der neuen Besucherplattform am Ort des Geschehens, wo Probleme und Herausforderungen sichtbar werden, stattfinden. Interessierte werden in den Naherholungsraum gelockt. Zurecht kann man stolz darauf sein, was bislang am Erlebnispfad umgesetzt wurde. Das übergeordnete Ziel des Verbands Region Rhein-Neckar, einen Regionalpark Rhein-Neckar zu entwickeln, wird hier an der Bergstraße bereits sichtbar umgesetzt. Die Bergstraße, als einen der prächtigen zehn Landschaftsräume der Metropolregion Rhein-Neckar, beweist mit diesem Projekt, Zukunftsperspektiven als solche zu erkennen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Die Aussichtsplattform vereint Imagebildung, Lebensqualität und Freiraumentwicklung für die Bergstraße und ist der Leuchtturm für die Wein- und Genusslandschaft Bergstraße.

Regionaler Mehrwert des Projektes (Stellungnahme Stadt Heppenheim)
Bereits die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Heppenheim im Jahr 755 erfolgte in Verbindung mit der Nennung des Weinbaus - Heppenheim ist damit die älteste, im Mittelalter erwähnte Weinbaustadt an der Bergstraße. In dieser mehr als 1250 Jahre währenden Tradition spiegelt sich eine Kontinuität, die auch in der Landschaft ihr Spuren hinterlassen hat. Noch heute ist Heppenheim die Heimat der größten Winzergemeinschaft Hessens, allein in Heppenheim sind etwa 200 Familien in den Betrieb des Weinbaus involviert. Gleichzeitig liegt rund die Hälfte des Anbaugebietes der Hessischen Bergstraße im Gebiet der Stadt Heppenheim mit ihren Ortsteilen Erbach und Hambach. Der Weinbau besitzt damit für die Stadt und die Region nicht nur eine hohe wirtschaftliche Bedeutung, sondern setzt durch Regionalvermarktung und Tradition in bestehenden Strukturen auch ein Zeichen der Nachhaltigkeit.

Mit der Weinbaulandschaft bei Heppenheim besitzt die Bergstraße auch einen besonderen touristischen Reiz, dem seit Jahren mit den gemeinsamen Aktivitäten der Winzergenossenschaft und des UNESCO Global Geoparks Bergstraße-Odenwald am Erlebnispfad „Stein und Wein“ Rechnung getragen wird. Der vom Deutschen Weininstitut 2010 als „Höhepunkt der deutschen Weinkultur“ ausgezeichnete Weg erfreut sich bei den Besuchern höchster Beliebtheit.

Die Aussichtsplattform mit zusätzlichen Informationen zur Landschafts- und Weinbau¬geschichte bietet nun ein zusätzliches, wichtiges Element, das Landschaftserleben in ganz besonderer Weise fördert. Die Besucherinnen und Besucher erfahren durch die Aussicht von der Plattform eine Horizonterweiterung, welche die besondere Bedeutung der Heppenheimer Weinbau-Kulturland-schaft in der Umgebung deutlich macht. Nur im schmalen Streifen des Bergstraßen-Hanges zwischen den bewaldeten Bergen und Hügeln des Odenwaldes und der Tiefebene des Hessischen Rieds gedeihen unter ganz besonderen klimatischen Voraussetzungen die Bergsträßer Weine. Die geplanten Informationen an der Aussichtsplattform zeigen jedoch auch, dass sich dieses besondere Landschaftselement, das wenigstens seit 1250 Jahren existiert, auch in einem stetigen Wandlungsprozess befindet. Die Betrachtung der Landschaft in erdgeschichtlicher und zeitgeschichtlich-historischer Dimension wirft Fragen zur Nachhaltigkeit des Umgangs mit der Landschaft ebenso auf wie diejenigen der Diskussion um die Anpassung an den unvermeidlichen Klimawandel.

Diese Verbindung der Einblicke in Tradition und Kontinuität in der Landschaft einerseits mit denjenigen in ganz aktuelle und wichtige Themen des Zeitgeschehens andererseits begrüßt die Stadt Heppenheim besonders. Die Stadt Heppenheim unterstützt das Projekt ideell, wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und einen neuen Höhepunkt am touristischen Highlight des Wein-und-Stein-Erlebnispfades.

Angaben zur Aktualität und zur Realisierung des Projektes
Seit der Einweihung des Geopark-Erlebnispfades 2007 und dem Umbau des „Viniversums“ bis 2014 übt das Thema „Stein und Wein“ bei Heppenheim eine überregionale touristische Anziehungskraft aus. Rangerführungen des Geo-Naturparks ergänzen das reichhaltige Programm der Bergsträßer Winzer eG rund um den Lehrpfad.

So wurde das erfolgreiche Pfadkonzept, das bereits 2010 durch das Deutsche Weininstitut als „Höhepunkt der deutschen Weinkultur“ ausgezeichnet wurde, in den folgenden Jahren weiter ergänzt und ausgebaut. 2011 entstand die Idee, gemeinsam mit dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald eine multifuktionale Aussichtsplattform am Steinkopf zu errichten. Nach einer längeren Planungsphase, zu der das Architekturbüro Gerecht & Kraft aus Worms die Planungen lieferte, wurde 2017 der Bauantrag eingereicht.

Die Fläche, auf der die Plattform errichtet wird, wurde zum Januar 2017 durch den Geo-Naturpark gepachtet. Mit dem Bauantrag wurde eine naturschutzfachliche Ausgleichplanung und eine denkmalschutzrechtliche Abstimmung eingereicht, sodass der Bauantrag am 12. Februar 2018 erteilt werden konnte.

Nachdem die Finanzierung (s. u.) 2019 durch Fördermittel und Sponsoren gesichert war, erfolgte am 20. August 2020 der erste Spatenstich im Beisein des Landrates, der Geschäfts-führerin des Geo-Naturparks, der amtierenden Weinkönigin, sowie Vertretern der für das Projekt gewonnenen Förderern und Sponsoren.

Aktuell (16. Dezember 2020) sind die Bauarbeiten an der Fundamentierung abgeschlossen, und die tragenden Säulen, die später durch die Gabionen ummantelt werden sollen, sind errichtet. Bedingt durch die Corona-Pandemie und die winterlichen Witterungsbedingungen ist die Fortführung des Projektes derzeit nur eingeschränkt möglich. Bau und Ausstattung der Aussichtsplattform sollen 2021 abgeschlossen werden.

Sicherung der Projektfinanzierung:
Die Kosten für den Bau der Aussichtsplattform betragen rund 71.500 €. 50% hiervon sind durch eine Förderung des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz abgedeckt (Weinbauamt Eltville). Ein Großteil der verbleibenden Arbeits- und Materialkosten wird zusätzlich durch ortsansässige Firmen in Eigenleistung durchgeführt bzw. gesponsort. So zeichnet die Fa. Claus Schaab verantwortlich für den Fundamentbau, das Füllmaterial für die Gabionen sponsort das Heppenheimer Unternehmen Röhrig Granit GmbH, das Befüllen der Gabionen und den Bau der Ummantelung übernimmt die Fa. Guggenberger GmbH, die Fa. Treppenwolf GmbH führt die Stahlbauarbeiten aus. Zusätzliches Sponsoring durch die Rebveredlung Antes und den Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald sichert die Ausstattung der Plattform mit Informationstafeln.

 

Projektträger und Kooperationspartner/Beteiligte
Bergsträßer Winzer eG
UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald
Kooperationspartner:
Kreis Bergstraße
Stadt Heppenheim
Finanzielle Förderung und Sponsoren:
Land Hessen
Fa. Röhrig GmbH
Fa. Gugenberger
Fa. Claus Schaab
Rebenveredlung Antes
Fa. Treppenbau Wolf

Fa. Wagner Beton

Fa. Baldur-Saaten